Bopp, Franz, Sprachforscher, Begründer der vergleichenden indogermanischen Sprachwissenschaft (1791-1867).

2 eigenhändige Briefe mit Unterschrift Paris und London, 7. III. 1818 und 25. IV. 1818 (recte 1819), 4°. Zus. 7 Seiten. Ein Brief mit Adresse und Siegelrest.

Nicht vorrätig

Beschreibung

Ausführliche und sehr inhaltsreiche Briefe an seinen Freund und Lehrer, den Mediziner und Anthropologen Karl Joseph Hieronymus Windischmann (1775-1839), der die empfehlende Vorrede zu Bopps epochemachendem Werk „Über das Conjugationssystem der Sanskritsprache“ (Frankfurt 1816) geschrieben hatte. – I. (7. III. 1818) Anläßlich der Übersendung einer Rezension für die Heidelberger Jahrbücher: „[…] Ich habe in dieser Rez. Gelegenheit gehabt einige interessante Uebereinstimmungspunkte zu zeigen, besonders wird es Ihnen vielleicht nicht ganz unrichtig scheinen, daß, wie ich darin dargethan zu haben glaube, auch die Lateinische Sprache auf die Indische Licht verbreiten kann, und nicht blos letztere auf die verwandten europäischen Sprachen aufklärend wirkt […]“ – II. (25. IV. 1818) Anläßlich der Übersendung seiner Ausgabe des Gedichtes von Nala und Damajanti, einer Episode aus dem indischen Epos Mahâbhârata (London 1819): „[…] Ich schmeichle mir, daß es bey Ihnen eine freundliche Aufnahme und Theilnahme finden werde. Ich habe so lange gezögert Ihnen zu schreiben, weil ich Ihnen etwas über den hiesigen Erfolg meiner Schrift melden, und vor allem eine Antwort von der Ostindischen Comp., welcher ich mein Werk presentirt, abwarten wollte […]“ – Bopp war 1817 nach London gegangen, wo er mit Wilhelm von Humboldt in Kontakt trat und diesen in das Sanskrit einführte. – Mit Abweichungen gedruckt bei: Lefmann, Bopp I, 49*-51* (Nr. 32) u. *59-61 (Nr. 38). – Das Londoner Schreiben mit wenigen kleinen Einrissen und an den Rändern gering beschnitten (Oberlängen weniger Buchstaben auf S. 2 angeschnitten), Siegelausschnitt mit geringem Textverlust auf S. 3.