Frisch, Max, Schriftsteller (1911-1991).

Eigenhändiger Brief mit Unterschrift „Max Frisch“. Ohne Ort [Zürich], 31. XII. 1950, Fol. 3 Seiten auf 3 Blättern.

Nicht vorrätig

Beschreibung

An den Möbelfabrikanten und Schriftsteller Konrad Kahl (1914-1986), mit dem Max Frisch bei der Einrichtung des von ihm 1950 entworfenen Wohnhauses in Schaan bei Vaduz zusammengearbeitet hatte: „[…] Haben Sie sehr herzlichen Dank für den schönen und trotz Plakat (‚Es gibt sinnvollere Geschenke als alkoholische Getränke.‘) höchst willkommenen Wein, Kirsch, Cognac, die nun die frohe Gewissheit geben, dass etliche Stunden des neuen Jahres goldig sein werden – Das Haus in Schaan, höre ich, ist ja nun bewohnt; auf Umwegen höre ich sagen, dass der Bauherr, etwas ungnädig über verkehrte Schalter, es als ein Dream-house bezeichnet. Ich kann, noch bevor ich den Johannisberg entkorkt habe, meinerseits sagen, dass die Arbeit mit Ihnen auch für mich so erfreulich war, wie man es als Anfänger erwartet – ich wünsche Ihnen ein gutes neues Jahr, viel erfreuliche Arbeit und eine Fülle von Musse, denn unser Leben ist, wiewohl das die landläufige Meinung ist, tatsächlich nur kurz […]“ – Das nach Plänen von Max Frisch 1950 unter der Bauleitung von Ernst Sommerlad errichtete moderne Landhaus, eins von nur vier realisierten Gebäuden des Architekten Frisch, stand bis 2005 nahezu unverändert auf einem großen Grundstück am Duxweg 23 in Schaan. Es war ein herrschaftliches Haus von höchster Wohnqualität, mit Bodenheizung und hochmoderner Küche. Trotz seiner vorzüglichen Erhaltung im Originalzustand ist es 2005 gegen den Protest der Denkmalschutz-Kommission unter Zustimmung der Beschwerdekommission für Verwaltungsangelegenheiten abgebrochen worden; ein unwiderbringlicher Verlust. – Zu Weihnachten 1950 hatte die „Schweizerische Zentralstelle gegen den Alkoholismus“ in Lausanne Plakate, Prospekte und Kleber mit dem von Frisch zitierten Slogan hergestellt und vertrieben. – Inhaltlich und kalligraphisch interessanter früher Brief Frischs von sehr guter Erhaltung. – Sehr selten.