Goethe, Johann Wolfgang von, Schriftsteller (1749-1832).

Eigenhändiger Brief mit Unterschrift „JWvGoethe“ (deutsche Schrift). Weimar, 2. II. 1831, Kl.-Fol. (34 x 22 cm). 2 Seiten.

Nicht vorrätig

Beschreibung

Prächtiger Geburtstagsbrief an Großherzog Carl Friedrich von Sachsen-Weimar-Eisenach (1783-1853): „Durchlauchtigster Großherzog, gnädigster Fürst und Herr. Ew. Königlichen Hoheit Wünsche gar öfter auszusprechen: welches Glück mein Verehrter Fürst seinem alten Einsiedler gewähre, wenn Höchstderselbe ihm irgend eine Abendstunde gönnen und, durch geistreich-gemüthliche Gespräche, zu manchem guten Gedancken Veranlassung geben will. Heute erlaube ich jene Äußerung zu guter Stunde und versäume nicht, sie mit den treusten Wünschen für Höchstihro fortdauerndes Wohl, welches auf Dero Familien- und Landeskreis sich freudig erstrecken möge, zu begleiten und wage zugleich die angelegentlichste Bitte: die mir bisher verliehene Gunst und Gnade möge meinen übrigen Lebenstagen, zu Erheiterung und Erquickung derselben, unwandelbar zugesichert bleiben. Unter den aufrichtigst Angehörigen nicht der Letzte. Verehrend und Vertrauend. Ew. Königlichen Hoheit unterthänigster treugehorsamster Diener J. W. v. Goethe.“ – Brief zum 2. Februar, dem Geburtstag des Großherzogs Carl Friedrich. Der älteste Sohn Carl Augusts, dessen Geburt Goethe 1783 in einem Gedicht gefeiert hatte, verlebte seine Jugend in nahem Umgang mit Goethe. Nach seiner Heirat mit der russischen Großfürstin Maria Pawlowna 1804 übernahm er nach dem Tod seiner Vaters 1828 die Regierung. Er war es auch, der 1832 die Bestattung Goethes in der Weimarer Fürstengruft neben Carl August anordnete. – Unser Brief findet auch in Goethes Tagebuch Erwähnung. Am Ende eines ereignisreichen Tages empfängt er seine Enkel, die von „dem Kinderdiner zum Geburtstag des Großherzogs“ kamen. Anschließend diktierte er das Konzept zu unserem Brief seinem Schreiber John, korrigiert es (vgl. GSA 29/50, Bl. 27) und führte die eigenhändige Reinschrift aus: „Serenissimo, Schreiben zur Gratulation des Geburtsfestes.“ (WA III, Bd. 13, S. 23). – Druck: WA IV, Bd. 48, S. 106 f., Nr. 97 (nach dem Erstdruck 1855). – Zuletzt versteigert bei Stargardt 23.-28. X. 1905, Nr. 1167. – Falzeinrisse alt hinterlegt.