Kunze, Wilhelm, Schriftsteller (1902-1939).

Eigenh. Manuskript mit Namenszug. Ohne Ort (Nürnberg), 9. II. 1919 bis 19. I. 1920, 4°. Mit einigen Federzeichnungen im Text. 1 Bl. (Titel), VII S. (Register), 1 w. Bl., 250 S. Braune Hlwd. d. Zt. (minimal beschabt).

Nicht vorrätig

Beschreibung

Handschriftliche Zeitschrift nach dem Vorbild von Georges „Blättern für die Kunst“ mit dem Sammeltitel „Theopistos. I. Jahrgang. 1919/20“ und den Einzeltiteln „Theopistos. Anzeiger für die Mitglieder der Gesellschaft ‚Theopistie‘ (später: ‚Die Bohrer‘).“ – Enthält in 24 Nummern Gedichte und Dichtungen u. a. von Wilhelm Kunze, Rudolf Steiner sowie Abschriften, Besprechungen und Berichte, wiederum meist von Kunze. Außer Kunze scheint ein Hans Kraus Mitglied der Gesellschaft gewesen zu sein. – Schülerarbeit des früh verstorbenen Nürnberger Dichters Wilhelm Kunze. Der in seiner Kindheit schwer herzkranke Kunze lernte während seiner Gymnasialzeit in Nürnberg im Haus seines Onkels Hans Wohlbold die Brüder Thomas und Heinrich Mann sowie Rudolf Steiner kennen. Er gründete in den 20er Jahren einen Literaturzirkel in Nürnberg. Ab 1922 werden erste Gedichte und Novellen veröffentlicht, die u. a. Hermann Hesse zu einer enthusiastischen Rezension bewegen. Es kommt zu einem (jüngst veröffentlichten) regen Briefwechsel. Kunze heiratet 1925 und wird freier Schriftsteller. Von da an bis 1933 liefert er regelmäßig kulturkritische Beiträge für verschiedene Zeitungen Nürnbergs. Als einen der ersten setzen die Nationalsozialisten Kunze auf die Negativliste. Kunze leidet immer stärker an der politischen Situation in Deutschland, auch sein ohnehin schwacher Gesundheitszustand verschlechtert sich dramatisch. 1939 wird sein letztes Buch „Blauer Himmel um die Erde“ (1936) beschlagnahmt. Er stirbt isoliert und vereinsamt. – Ungedruckt.