Mann, Thomas, Schriftsteller und Nobelpreisträger (1875-1955).

Eigenhändiger Briefkarte mit Unterschrift "Thomas Mann" (deutsche Schrift). München, 11. II. 1904, 9 x 11 cm. 1 Seite. Mit eigenhändigen Umschlag und Frankatur.

Nicht vorrätig

Beschreibung

Bisher unbekanntes Schreiben an den Justizrat Max Bernstein (1854-1925) in München (Pfandhausstrasse 3), aus den Tagen der ersten Bekanntschaft mit Katia Pringsheim: “[…] Herzlichen Dank für Ihre Mittheilung über die deutsche Montaigne-Ausgabe! Ich werde mir das Buch in nächster Zeit bestellen. Mit verbindlichem Gruß an Sie und Ihre Frau Gemahlin […]”. – Die Bernsteins spielten in der Anbahnung der Verlobung mit Katia Pringsheim und Thomas Manns gesellschaftlichem Aufstieg eine wichtige Rolle. Im Frühjahr 1904 waren sich Thomas und Katia auf Einladung von Max Bernsteins Ehefrau Elsa in deren Salon begegnet. Am 10. Februar machte Thomas Mann daraufhin offiziell seine Aufwartung im Hause Pringsheim und wurde zum Ball am folgenden Tag eingeladen. “Ich hatte Frau Justizrath Bernstein zu Tisch”, schrieb Thomas an Heinrich Mann über den Abend des 11. II. 1904: “Ich bin gesellschaftlich eingeführt, bei Bernsteins, bei Pringsheims […]. Tiergarten mit echter Kultur […]”. Die Verlobung folgte im Oktober 1904. – Über seine Beschäftigung mit Montaigne schrieb Thomas Mann später: “Ich fand in Montaigne das Ur- und Vorbild des Essayisten” (Reden und Aufsätze 1934). Das erwähnte Buch ist wohl: Emil Kühn, Die Bedeutung Montaignes für unsere Zeit. Straßburg 1904. Kühn gab auch eine fünfbändige Übersetzung der Essays heraus. – Vgl. Thomas Mann / Heinrich Mann, Briefwechsel, S. 47 ff.; Harpprecht, Thomas Mann, S. 234; Kurzke, Thomas Mann, S. 161 f. und 215. – Dieser Brief nicht bei Bürgin-Mayer. – Selten so früh.