Mühsam, Erich, Schriftsteller (1878-1934).

Eigenhändiges Albumblatt mit Gedicht (4 Zeilen) und Unterschrift Niederschönenfeld, 20. VII. 1922, 8°. 1 Seite.

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Beschreibung

“Wollt ihr die Freiheit, so seid keine Knechte! | Wollt ihr das Glück, so schaffet das Rechte! | Wollt ihr die Früchte, so ackert die Saat! | Wollt ihr das Leben, so leistet die Tat! | (1909) | Diesem Rat, den ich vor mehr als 13 Jahren der Jugend erteilte und den ich an die Spitze meiner letzten Gedichtsammlung setzte, habe ich einstweilen keinen besseren entgegenzusetzen gefunden. | Niederschönenfeld, 20. Juli 1922 | Festung | Erich Mühsam.” – Zusammen mit Gustav Landauer und Ernst Toller gehörte Erich Mühsam 1918/19 zu den führenden Köpfen der Bayerischen Räterepublik. Nach deren Sturz wurde er zu 15 Jahren Festungshaft in Niederschönenfeld verurteilt. 1924 wurde er vorzeitig aus der Haft entlassen. Bei der genannten Gedichtsammlung handelt es sich um “Brennende Erde; Verse eines Kämpfers” (1920; S. 7) . Die Verse bildeten ursprünglich im Januar 1909 das Geleitwort zu Gustav Landauers Zeitschrift “Der Sozialist”. – Links minimale Randläsuren.