Rochlitz, Johann Friedrich, Schriftsteller (1769-1842).

Eigenhändiger Brief mit Unterschrift Leipzig, 23. VII. 1833, 8°. 4 Seiten. Doppelblatt.

Nicht vorrätig

Beschreibung

An den Musikkritiker August Kahlert (1807-1864) in Breslau mit Dank für dessen Brief, in dem er Kahlert als Gleichgesinnten erkennt: “[…] Ich habe von Früher Knabenzeit an […] einen Haupttheil meiner Zeit und Kräfte, meiner Liebe und meines Fleißes, der Tonkunst zugewendet; es ist kaum anders möglich, als daß ich sie, wie die Erde, bald verlassen muss; es stehet so um sie, daß sie ohnfehlbar sinken müsste, würde sie ferner allein dem Triebe der Musiker und dem Treiben der Liebhaber überlassen, würde sie nicht gestützt von Männern, die sie ideell zu fassen, mit allem Reingeistigen und Reinsittlichen zu verknüpfen, und ihre Ansichten, Gefühle, Urtheile, Nachweisungen, Wünsche, Ermunterungen pp würdig und für das beste der Sache gewinnend darzustellen vermögen. Dahin mitzuwirken, ist seit 36 Jahren mein Bemühen gewesen; nun frage ich Sie selbst: Muß es mich nicht innig erfreuen, jetzt, wo ich an das Zurücktreten zu denken habe, in Ihnen einen Mann zu erblicken, der weiter führen wird, was ich gewollt, und dies sogar auf dem selben Wege, in derselben Art und Gesinnung will, welche ich immer für die bessere gehalten, auch als die zum Guten wirksamste sich bewähren gesehen habe? – Den Gedanken, zu solchem Zweck auch jährlich ein Taschenbuch herauszugeben, muß ich rühmen. Zeitblätter verkrümeln und vergessen die Leser leicht; Bücher von einigem Umfang werden […] wenig (wenigstens von Musikern) gelesen und von noch Wenigern (von Musikern gar nicht) gekauft. Ein Taschenbuch trifft in’s Mittel: Allen kömmt’s zur Hand, den Bessern wird’s zum Buch – wenn es nämlich gut ist […] Diese Ihre Euterpe wollen Sie mir zueignen. Der Wille erfreut mich, die Ausführung ehrt mich: was kann ich da anderes sagen, außer: Mit herzlichem Dank empfange ich beides? […]” – Schöner Brief.