Weinheber, Josef, Schriftsteller (1892-1945).

Eigenhändiges Gedichtmanuskript (14 Zeilen) mit Unterschrift Ohne Ort und Jahr [Kirchstetten, Mai 1938?], Gr.-4°. 1 Seite.

Nicht vorrätig

Beschreibung

Schöne Niederschrift seines programmatischen Sonnetts “Die Nacht ist groß …” aus dem Band “Späte Krone” (1936): “Die Nacht ist groß. Ich stehe und verrichte | den Dienst im aufgelösten Heiligtume. […] Aufhalten kann ich nicht. Jedoch ich sehe I wie keiner, der da lebt, die Rächer schreiten […]” (vgl. SW II, 314). – Das paradigmatischen Gedicht beschwört das visionäre Porträt der Natur im Schopenhauerschen Sinn, also des “Willens zum Leben”, in dem breiten Spektrum ihrer vielschichtigen Bedeutung. Die metaphysische Totalität, welche die dichterische Schau beansprucht, wird auch hier eindrücklich zum Gradmesser der historischen Gegenwart des Menschen erhoben. – Bereits 1935 wurde der Text in einem kleinen Druck “Gedichte” bei Ellermann veröffentlicht und war Weinhebers erste selbständige Veröffentlichung in einem deutschen Verlag. – Kleine Randschäden und Bleistifteintragungen zur Reproduktion.