Werfel, Franz, Schriftsteller (1890-1945).

Eigenhändiger Brief mit Unterschrift "Werfel". , Ohne Ort und Jahr, 4°. 2 Seiten. Kopierstift.

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Beschreibung

An Karl (Karel) Weissenstein, der sich in einer Notlage an ihn gewandt hatte: “Liebster Weissenstein, es ist schrecklich, dass es Ihnen so schlecht geht. Aber warten Sie drei, vier Tage, dann wird Ihnen geholfen werden. Ich will an verschiedene Ihrer guten Freunde schreiben und ihnen Ihre Lage schildern, sie werden alle helfen. | Ich selbst muss noch einige Tage abwarten, ehe ich etwas schicken kann, bis ich Geld bekomme. Momentan habe ich nicht einen Heller bei mir, und Sie können mir glauben, wenn ich hie u. da wo nicht durch Gnade etwas abbekomme, müsste ich auch hungern – und ich hungere manchmal. Aber gedulden Sie sich ein paar Tage bis ich das Geld für den nächsten Monat habe. – Vorher werden Sie aber durch meine Intervention etwas erhalten. Seien Sie nicht böse, dass ich so offen über diese Geldsache rede! | Ich wünsche Ihnen, dass Sie sich wenigstens der Dinge jetzt freuen können, die Sie vor uns andern auszeichnen. Die grössere Freiheit, Wälder u. Spazierengehn. In zwei, drei Tagen, wenn Sie etwas Geld haben, und Ihre Notdurft kleiner sein wird, werden Sie sich viel ruhiger und glücklicher fühlen. – Anfang Juni komme ich nach Prag und hoffe, dass Sie auch hinkommen, u. dann können wir ja besprechen, was vernünftiges geschehen könnte, dass sie nicht mehr in einen solch verlassenen Zustand gerathen. Also paar Tage noch Geduld […]” – Das “kauzig-tragische Original” Weissenstein hatte bei Werfel in der Leipziger Haydnstraße gewohnt. – Knickfalten. Minimale Randbräunung.