Arnim, Bettina von, Schriftstellerin (1785-1859).

3.800,00 

Eigenhändiger Brief mit Unterschrift „Bettine“. Ohne Ort und Jahr [Weimar,, Anfang September 1826], Gr.-4° (26 x 21 cm). 1 Seite. Rückseitige Adresse: „Fr v. Goethe | Hochwohlgbn“.

Vorrätig

Beschreibung

An Goethes Schwiegertochter Ottilie über einen Besuch im Gartenhaus des „ewigen Jünglings“ Goethe: „Ach die Irländer sind so gut und so glücklich. Denken Sie liebe Ottilie daß die Frau gestern ums Haus geschlichen ist in der Hoffnung Ihn von weitem zu sehen. Die Frau ist ganz Seele und ich habe in der kleinen halben Stunde ihr Gesicht lieben lernen. Wie dankbar sie Ihnen ist kann ich Ihnen nicht beschreiben. Nun hab ich ihr versprochen nach Tisch mit ihr durch den Park zu gehen, und den Garten zu zeigen; schicken Sie mir also den Schlüssel. Der Irländer sagte zu seiner Fr: glaube nicht daß du je ein ähnliches Antliz gesehen. Bei ihm kann man den Unterschied zwischen Gesicht und Antliz kennen lernen, er ist ein ewiger Jüngling. Diese lezten Worte frapierten mich, denn ich hatte ihm diesen Scharfblick nicht zugetraut. So steckt doch oft mehr hinter den Menschen und sie werden einem lieb, und ich betheure, daß ich alle Menschen zuförderst als alte Bekannte grüßen will, und erst nachher ihre Bekanntschaft machen […] Sie sehen ich will so freundschaftlich und zuvorkommend seyn lernen wie sie selbst sind. Um halb 7 Uhr komme ich.“ – Der undatierte Brief lässt sich durch die Erwähnung der „Irländer“ datieren, denn Goethes Tagebuch zufolge besuchte ihn am 31. August 1826 George Downes, ein Freund des Mineralogen Giesecke, aus Dublin. Über das lange Gespräch, das die beiden miteinander führten, verfasste Downes eine Niederschrift, die er 1832 in seinem Reisebericht „Letters from Continental Countries“ veröffentlichte. Am 2. September begleitete Ottilie ihn nach Belvedere. – Bettine von Arnim besuchte Weimar vom 26. August bis 11. September 1826. Goethe empfing sie in diesen Tagen mehrfach zum Mittag- und Abendessen. Bettine traf Downes erstmals bei Goethe am 31. August 1826, wie Goethes Tagebuch vermerkt: „ein irländischer Reisender, Brief und einige Mineralien […] bringend. Mittag Frau v. Arnim. – Einrisse mit Japan hinterlegt. – Wohl ungedruckt.