Broch, Hermann, Schriftsteller (1886-1951).

400,00 

Maschinengeschriebener Brief (Durchschlag, Fragment) mit eigenh. Eintragung und Korrektur. Princeton, N. J., One Evelyn Place, 8. X. 1947, Fol°. 1 Seite.

Vorrätig

Beschreibung

Erste Seite eines Briefes an Herrn Hessler, dem er für seine Briefe vom 3. IX. und 1. X. dankt und dessen übersandte Gedichte er zurück sendet. Sein vernichtendes Urteil lautet: „billigste Befriedigung einer billigen Eitelkeit […] Ich mache Ihnen keinen Vorwurf, dass Sie von den Gaskammern, von den 6 Millionen Juden, von den 2 Millionen Polen, von den anderen 3 Millionen, die da abgeschlachtet worden sind, nichts geahnt haben, und dass Sie mit Ihren eigenen Sorgen beschäftigt waren. Aber ich mache Ihnen zum Vorwurf, dass Sie das Instrument eines solchen Systems zum Gegenstand humoristischer Schilderungen machen […] Wem solcher Respekt mangelt, dem mangelt auch jeglicher künstlerischer Respekt, also künstlerischer Takt und Geschmack […] Ich weiss nicht ob sich ein satirischer Gigant wie Karl Kraus heute an das Riesenthema der Nazi-Verruchtheit herangewagt hätte. ‚Die letzten Tage der Menschheit‘ konnten im lettzten Krieg geschrieben werden, kaum mehr im diesmaligen […]“ Die Folgeseite mit der Unterschrift fehlt. – Mit Stempel des österreichischen Zensurstelle und eigenh. Eintragung am Kopf „Kopie | Briefe anbei!“ – In der dreibändigen Briefausgabe nicht gedruckt.