Beschreibung
„Bringst du die Natur heran Dass sie jeder nutzen kann; Falsches hast du nicht ersonnen, Hast der Menschen Gunst gewonnen.“ Der einzige eigenhändige Textzeuge für Goethes berühmten Vierzeiler, den er zusammen mit seinem Gedicht „Dem Chromatiker“ als Motto der Abhandlung „Zur Naturwissenschaft überhaupt. Zur Farbenlehre“ (1817) voranstellte. 1827 nahm er es in die „Ausgabe letzter Hand“ unter der Rubrik „Gott und die Welt“ auf (WA I, 3, 103). Es kann als Motto für seine gesamte naturwissenschaftliche Arbeit verstanden werden. – Die vorliegende Handschrift liefert einen wichtigen Baustein zur Exegese der „Farbenlehre“ sowie zu Goethes Selbstverständnis als Naturforscher. Das Goethemuseum Düsseldorf bewahrt die Handschrift zu „Dem Chromatiker“, das GSA Weimar besitzt eine Abschrift Eckermanns von 1827 als Druckvorlage zur „Ausgabe letzter Hand“. – Am Pfingstsonntag und -montag arbeitete Goethe an der Schlussredaktion zu seinem „Naturwissenschaftlichen Hefte“ und machte die Sendung an den Verleger Fromman postfertig. Dazu erdachte er wohl auch dieses Motto. – Am unteren Rand des Blattes die eigenhändige Echtheitsbestätigung von Goethes Privatsekretär Friedrich Theodor Kräuter, datiert Weimar 1843: „Daß obige Zeilen wirkliche Originalhandschrift des verewigten Joh. Wolfgang Goethe‘ sey, bezeugt der Wahrheit gemäß Friedr. Theod. Kräuter, Rath und Bibliothekar, früher Goethe’s Privatsecretär. Weimar im April 1843.“ – Auf ein etw. größeres Blatt Büttenpapier aufgelegt, minimal fleckig. – Zusammen mit dem Bd. I/3 der WA in dunkelbrauner Maroquin-Kassette als Geschenk für einen Manager. – Zuletzt 1998 bei Stargardt versteigert. – Prachtstück.








