Goethe, Johann Wolfang von, Schriftsteller (1749-1832).

6.500,00 

Eigenh. Schriftstück mit Unterschrift „G“. Weimar, 12. IX. 1827, 4,5 x 11,5 cm (Autograph). 25 x 18,5 cm (Porträt).

Vorrätig

Beschreibung

Eine von Goethes Quellen zur Faustdichtung. – Der hier vorliegende Bibliotheksleihzettel ist von Goethe eigenh. beschriftet „Del Rio Magia. G.“. Der Bibliothekar hat das Datum ergänzt „W[eimar] d. 12. 9. / 27.“ und den Titel durch eine Einweisung berichtigt „Disquisitiones [Magi]cae“. – Bei dem Buch handelt es sich um ein Bollwerk des Hexenwahns, nämlich das Werk des deutschen Juristen und Philologen Martin Anton Del Rio (auch Delrio; 1551-1608) „Disquisitionum Magicarum Libri Sex“ (Löwen 1599 und öfter). Das Buch war für Goethe von Interesse, weil Del Rio darin auch über Faust schreibt, den er als Freund und Begleiter des Cornelius Agrippa (der im Rufe eines Zauberers stand) einführt (vgl. Ausg. Löwen 1599, Bd. I, S. 167; in späteren Ausgaben, u. a. Mainz 1603, Bd. I, S. 131). Vgl. Slg. Kippenberg Nr. 1964 (Mainz 1624, S. 149: „Faustsplitter“). Diese Ausgabe ist ebenso in der heutigen Anna-Amalia-Bibliothek vorhanden wie die Ausgabe 1679. – Die Lektüre ist in Goethes Tagebuch unter dem 12. September 1827 bezeugt: „Einiges am Hauptgeschäft gefördert [gemeint ist seine Faust-Dichtung …] Delrio.“ – Montiert unter einem seltenen Stahlstichporträt Goethes („gem. v. Sebbers; Druck v. A. u. Th. Weger, Leipzig; Verlag v. Baumgärtner’s Buchh., Leipzig. [Stich von Johann Georg Wolff]“ (vgl. Schulte-Strathaus, Bildnisse Goethes, S. 75 f.).