Hauptmann, Gerhart, Schriftsteller und Nobelpreisträger (1862-1946).

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Eigenhändiges Gedichtmanuskript (14 Zeilen) mit Unterschrift (Paraphe „GHatm“). Ohne Ort, ca. 1923, Fol. (30 x 21,5 cm). 1 Seite. Büttenpapier mit Chamoistönung.

Vorrätig

Beschreibung

Das Sonett: „Ists fassbar, daß so vieles ich erlebte | Und nun dies Große wiederum erlebe? | Ich sitze hier im Lichte, nein ich schwebe, | Der kaum in Ängsten noch am Boden klebte. | | Zwar bittres Pulsen drängt noch in der Rebe | Allein, es regt sich fast wie neuer Glaube | In mir, dass reifen wird die neue Traube | Und daß es nochmals heisse Ernten gebe. | | Wie mancher Erntekranz ist schon verblühet! | Wie mancher Stimme Lachen schon verklungen! | Wie manche Sonne seit der Zeit verglühet | | Als meine Kleinen wie die Böcklein sprungen | Und ich, vom Dasein noch nicht abgemühet | Im Tanz des Lebens heiter war verschlungen.“ – Entstanden am 7. November 1923 (Berliner Nachlaß: GH Hs 33, Notizbuch 1923-24, S. 63r). – Erstdruck mit kleinen Abweichungen: Ährenlese. Kleinere Dichtungen. (Berlin 1939). – Nachdrucke: Ausg. letzter Hand. Bd. XVI. (Berlin 1942). SW, Centenar-Ausgabe, Bd. IV, S. 207. – Sehr schönes Blatt. – Gedichtmanuskripte Hauptmanns sind sehr selten.