Körner, Christian Gottfried, Jurist und Schriftsteller, Freund Schillers, der Vater des Dichters (1756-1831).

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Eigenhändiger Brief mit Unterschrift „Körner“. Dresden, 4. II. 1811, Fol. (26 x 18,5 cm). 4 Seiten. Doppelblatt, Wasserzeichen „Dresden“.

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Beschreibung

An den Herausgeber und Übersetzer Christian August Heinrich Clodius (1772-1836) in Leipzig: „[…] Bei der Nachricht von [Professor Karl Adolf] Cäsars Tode [am 12. I. 1811] war mein erster Gedanke, ob dieser Platz nicht Ihnen zu Theil werden könnte, und an mir sollte es gewiß nicht fehlen, wenn ich dabey einigen Einfluß zu hoffen hätte. Aber von dem Gewicht meines Urtheils haben Sie eine zu günstige Meynung, weil Sie die hiesige Welt noch nicht genug kennen. Hier ist die vornehme Classe in der Regel zu träge, um eine eigne Meinung zu haben, und sehr auf Gründe zu hören. Sie hält sich in jedem Fache an ein privilegirtes Orakel, und zu einer solchen Stelle bin ich noch nicht gelangt. In diesem Falle wird das Meiste auf Reinhard ankommen. Doch möchte es gut seyn auf den Minister Hohenthal durch seinen Vetter, den Geheimen Rath Hohenthal in Leipzig zu wirken, der viel bey ihm gilt. Diesem sind Sie ja wohl bekannt. Versäumen Sie nicht diesen Canal zu benutzen. Wundern Sie sich übrigens nicht, wenn Sie in Sachsen verkannt werden. Erstlich haben Sie, wie mehrere deutsche Gelehrte den Fehler zu sehr an die Sache zu denken, die Sie betreiben, und darüber die Kunst, Ihre Person geltend zu machen, zu vernachlässigen. Ferner sind Sie für Manchen, der auf ein Urteil über Philosophie und Kunst Anspruch macht, zu theologisch, und für manchen Theologen zu poetisch. Also rechnen Sie nicht zu sehr auf Sachsen. In Berlin hingegen, dächte ich, würde es Ihnen nicht fehlen können. Daß das Semeion, trotz der ungünstigen Umstände, nicht aufgegeben wird, freut mich. Auch mir scheint es am besten, wenn das Werk für sich selbst spricht. Mitarbeiter werden nachher schon zu haben sein. Das Aufhören des vaterländischen Museums bringt mich auf die Idee, ob Sie nicht ein ähnliches Journal in Sachsen unternehmen könnten, das nicht bloß zur Unterhaltung, sondern auch zu wissenschaftlichen, politischen ästhetischen und moralischen Fortschritten bestimmt wäre. Es fehlt jetzt wirklich an einer solchen Zeitschrift. Einen Namen dafür würden Sie schon finden. Sprechen Sie doch mit Göschen über diese Idee. Sollte mein Aufsatz im vaterländischen Museum nicht erscheinen, so wünschte ich das Manuskript bald wieder zu haben, um es mit einigen anderen Aufsätzen ähnlicher Art zusammen drucken zu lassen. Zum zehnten Gesange in wünsche ich Glück, und würde mich freuen ihn zu hören. Auch dieses Gedicht wird wenigstens unter der Sächsischen Mitwelt nicht leicht ein zahlreiches Publikum finden. Aber dies darf Sie nicht abschrecken. Sie arbeiten, wie jeder bessere Künstler, zuerst für Ihre eigene Befriedigung […]“ – Die Zeitschrift „Vaterländisches Museum“ erschien 1810-11 bei Perthes in Hamburg, wurde aber nach nur 7 Heften im Januar 1811 eingestellt. – Gut erhalten. – Mit kleinem Stempel und Eintrag.