Kraus, Karl, Schriftsteller (1874-1936).

4.500,00 

Eigenhändiges Gedichtmanuskript (21 Zeilen) ohne Unterschrift , Ohne Ort und Jahr [Wien, August 1920], Gr.-8°. 1 Seite.

Vorrätig

Beschreibung

„Franz Joseph || Wie war er? War er dumm? War er gescheit? | Wie fühlt‘ er? Hat es wirklich ihn gefreut? | War er ein Körper? War er nur ein Kleid? | War eine Seele in dem Staatsgewand? | Formte das Land ihn? Formte er das Land? […] Nie prägte mächtiger in ihre Zeit jemals ihr Bild die Unpersönlichkeit.“ – Veröffentlicht in „Die Fackel“ (Nr. 551, Jg. 22, August 1920, S. 18) sowie in „Worte in Versen“, Bd. V, 1920. – Darunter ein weiterer Einzeiler: „Erzherzog Friedrich | Heroischer Vers | Als er, im Kino geschah’s, sie da fallen sah, rief er: Bumsti!“ Veröffentlicht ebenda S. 19 und wieder verarbeitet in „Die letzten Tage der Menschheit“. Karl Kraus etablierte damit den Spitznaamen „Erzherzog Bumsti“ für den Oberbefehlshaber der k. u. k. Armeen Erzherog Friedrich. – Mit einigen Streichungen und Korrekturen, darunter zwei gestrichene Verse.