Mann, Thomas, Schriftsteller und Nobelpreisträger (1875-1955).

2.200,00 

Eigenhändiger Brief mit Unterschrift München, „Poschingerstr. 1“, 1. XI. 1920, Gr.-8° (22,5 x 14 cm). 2 Seiten. Doppelblatt. Briefkopf. Mit eigenhändigen Umschlag.

Vorrätig

Beschreibung

Bisher unbekannter Brief an Regierungsrat Bernhard Witte (1878-1945) in Elberfeld, den späteren Präsidenten der Deutschen Reichsbahn: „[…] Nehmen Sie meinen herzlichen Dank für Ihr liebenswürdiges Anerbieten mich am 9. und 10. zu beherbergen! Aus Ihren Zeilen geht hervor, dass diese freundliche Einladung Ihnen früher, wahrscheinlich in den Anfängen meiner Korrespondenz über die jetztige aktuell werdende Reise, indirekt von dritter Seite an mich ergangen ist. Ich muß damals nicht ernsthaft genug davon Notiz genommen haben, denn thatsächlich habe ich, ebenfalls schon vor längerer Zeit, meinem Freunde Dr. Ernst Bertram zugesagt, in Elberfeld bei ihm, das heißt bei seiner Mutter die mich durch ihn einladen ließ, zu nehmen. Verzeihen Sie. sehr geehrter Herr Regierungsrat, diese Vergesslichkeit und Verwirrung! Das Arrangement einer solchen Reise (ich besuche 11 Städte) ist ein kompliziertes Ding, und ich war an jene frühe und unpersönliche Vereinbarung nicht mehr erinnert worden. Daß ich von Ihrer gastfreien Anerbietung keinen Gebrauch machen kann, thut meiner Dankbarkeit gewiß keinen Abbruch. Ich hoffe sehr, daß ich in Elberfeld Gelegenheit haben werde, Sie Ihnen persönlich auszudrücken […]“ – Thomas Manns Lesereise führte ihn vom 2. bis 20. November 1920 in besetzte Rheinland und ins Ruhrgebiet, wo er aus dem „Zauberberg“ und seinen Novellen las. Die Lesung in Wuppertal-Elberfeld fand am 10. November im Gelben Saal der Stadthalle auf Einladung der literarischen Gesellschaft statt. Verbunden damit war ein Besuch bei der Mutter seines Freundes Ernst Bertram. – Nicht in Reg.