Brahms, Johannes, Komponist (1833-1897).

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Eigenhändiger Brief mit Unterschrift “J. Brahms”. Wien, 31. I. 1887 (Poststempel), Kl.-4° (17 x 13 cm). 3 Seiten. Doppelblatt. Mit eigenhändigen Umschlag: “Herrn A. Klinkerfuss. Pianoforte: Niederlage. Stuttgart. Württemberg.”.

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Beschreibung

An den Stuttgarter Klavierbauer und Hofrat Apollo Klinckerfuß (1840-1923), der dort die Klavierfirmen Bechstein, Blüthner und Steinway vertrat: “[…] Sie werden sich gewundert haben, so lange nicht ein Wort des Dankes zu hören für Ihren freundlichen Versuch, mein Zimmer zu einem Museum zu machen. Aber es konnte erst jetzt kommen, ich wollte doch dazu sagen, wie ich mich des schönen Kunstwerks freue. Das Auspacken mußte vorsichtig geschehen, damit es möglich wurde, aus vielen Stücken und Stückchen ein schönes wieder zusammen zu setzen. Das ist nun geschehen und ich kann Ihnen von Herzen für Ihre große Liebenswürdigkeit danken. Unwillkührlich kommt mir beim Anschauen der Wunsch es einmal wieder an seinem Platz zu sehen u. dort mit Ihnen zu spaziren. Mit besten Grüßen […]” – Klinkerfuß hatte Brahms nämlich einen verkleinerten Abguß von Danneckers sogenannter “Nymphengruppe” geschenkt, der allerdings zerbrochen in Wien angekommen war und erst einmal zusammengefügt werden musste. Diese 1808 entworfene Skulptur stand seit 1818 in einer Ausführung von Friedrich Distelbarth am Anlagensee (Eckensee) im Stuttgarater Schlossgarten (heute in der Kunsthalle Tübingen). Im Stuttgarter Bürgertum erfreuten sich verkleinerte Abgüsse davon großer Beliebtheit. – Beiliegend der eigenh. Begleitbrief (Entwurf) von Klinkerfuß mit U., dat. Stuttgart 30. XII. 1886: “Hochverehrter Meister! Ein altes Versprechen einzulösen, das vor paar Jahren auf einem gemeinschaftlichen Gange durch unsern Schloßpark, Sie freundlich von mir entgegennahmen, habe ich gestern eine kleine Kiste […] zur Post gegeben. Sie haben wohl längst darauf vergessen – ich nie! -und mit paar Worten muß ich erzälen, warum zu der Freude die Sie mir damals bereiteten, als Sie meinen Vorschlag annahmen […], ich nicht längst die für mich noch größere der Ausführung dieser Zusage hinzugefügt habe. Für die Schwester unseres Königs und zum Zwecke eines Broncegusses […] hatte sich ein […] Freund die herrlichste plastische Schöpfung unserer vaterländischen Skulptur, die Nymphen unseres unsterblichen Meisters Dannecker, in verkleinerten Maßstabe modellirt. Ich erhielt 2 Abgüsse der Gruppe aus der Originalform, und war glücklich, Ihnen einen derselben anbieten zu können, falls sie dem Kunstwerke Ihre Bewunderung zollten! Als ich daran gehen wollte eine Gruppe zusammenzufügen […], sah ich erst zu meinem Schrecken, daß für jede derselben ja ein Arm fehle. Die Originalform war nach nach dem Tode meines Freundes in schwierige Hände gerathen, und erst jetzt, nach manchem Mahnen, wurde mir das langgegebene Versprechen erfüllt, mir das Fehlende zu ergänzen. Gewiß lassen Sie […] die Verspätung nicht entgelten, und nehmen Sie dieselben auch jetzt noch freundlich in Ihr Haus auf. Ich hoffe daß ich bei Verpackung der Musen in ihren Reisewagen, so glücklich war, daß wenn Sie dieselben aus ihrer Gefangenschaft nehmen, Ihnen der schöne plastische Akord voll und rein entgegentönt. Möge das kommende Jahr Ihnen recht viel Glück und Freude bringen, von dem Sie uns andern Sterblichen ja stets so ein reiches Theil abgeben […]” – Der von Klinkerfuß erwähnte Besuch von Brahms in Stuttgart hatte bereits am 21.-23. November 1881stattgefunden, als Brahms zwei Konzertabende gab (Hofmann, Zeittafel, S. 160-62; Kalbeck III/2, S. 317). – Kleiner Randeinriß ausgebessert.