Beschreibung
An Richard Wagners Jugendfreund, den Schriftsteller Theodor Apel (1811-1867): „Geehrter Herr! Ihre viel gehabte Güte für meinen Sohn Richard, giebt mir Muth zu der Anfrage bey Ihnen, ob Sie wohl die Gefälligkeit haben würden, mir auf mein Wort 50 rth für den Richard zu leihen. Ich verspreche die eine Hälfte Monat Juli und den nächstfolgenden October die zweite Hälfte an Sie mit Dank zurück zu zahlen. Mein Sohn ist jetzt in einer, ich glaube doch noch nie gewesenen Noth, und ich muß suchen zu helfen, jedoch auf meine Weise, nicht wie er sich immer geholfen hat, und so würde ich bitten das Geld mir zukommen zu lassen, von wo aus Sie es auch zurück erhalten werden. Meine Wirthschafts-Casse ist nicht so beschaffen, daß ich diese Summe sogleich auf etwas anderes verwenden könnte. Sollte es Sie für den Augenblick geniren, so kann es auch mit der Summe acht Tage Anstand haben. Mit Hochachtung unterzeichnet sich Johanne Geyer.“ – Der 23jährige Richard Wagner war zu dieser Zeit ohne feste Anstellung und hatte in Magdeburg auf Pump gelebt. Seiner „Roten Brieftasche“ vertraute er an: „Schulden – Verklagungen … schlimme Lage.“ Bereits am 21. Januar 1836 hatte er seinen Freund Apel um 100 Taler Unterstützung gebeten und ihm dafür die Einnahmen aus der zweiten Aufführung seiner Oper „Das Liebesverbot“ verpfändet. Jedoch wurde diese zweite Aufführung nach der Uraufführung am 29. März 1836 in Magdeburg spontan abgesetzt, nachdem sich nur drei Zuschauer eingefunden hatten. Der Ausfall der erwarteten Einnahme zwang Wagner zur Flucht vor seinen Magdeburger Gläubigern. – Am Unterrand blasser Stempel. – Restitutionsgegenstand. – Briefe von Wagners Mutter sind von allergrößter Seltenheit.








