Meckel von Hemsbach, Johann Friedrich d. J., Mediziner (1781-1833).

350,00 

Eigenhändiger Brief mit Unterschrift Halle, 20. IV. 1817, 4° (23,5 x 19,5 cm). 3 Seiten. Doppelblatt mit Adresse und Siegelrest.

Vorrätig

Beschreibung

An den Chirurgen Philipp Franz von Walther (1782-1849), der 1804-18 Professor in Landshut war und dann nach Bonn berufen wurde: „[…] Mit Bezugnahme auf meine früheren Schreiben bin ich so frei, Sie noch einmal wegen unserer Angelegenheit zu belästigen. Ich thue, ganz privatim, und bloß zu meiner eigenen Notiz, die Anfrage, ob Sie, trotz dem, was geschehen ist, doch einem Rufe zu uns folgen würden? Diese Anfrage gründet sich auf folgende Umstände: 1.) ist man allgemein mit Weinholds Ernennung höchst unzufrieden und, so er im Lande ist so könnte diese Unzufriedenheit sehr leicht die Folge haben, daß er entweder gar nicht herkäme oder sehr bald wieder wegginge. Würden Sie dann hierher kommen? 2.) in meinem letzten Schreiben an die Behörde erklärte ich bestimmt, daß ich in den höchstwahrscheinlichen Fällen daß W[einhol]ds keinen Nutzen bringen werde, auf Versetzung an die Rheinuniversität dränge, unter der Voraussetzung, daß bei der dortigen Stellenbesetzung neuer Ruf […] dadurch berücksichtigt würde und schlug vor, Sie als Chirurgen dorthin zu rufen. Würden Sie diesen Ruf annehmen? Zu 1.) bemerke ich noch, daß ich kürzlich privatim den Versuch gemacht habe, Sie trotz W[einhol]ds Ernennung noch für Halle zu gewinnen, indem ich alles, was W[einhol]d gerade hier gegen sich hat, vorstellte, dann auch seine Versetzung an den Rhein und Ihre Berufung hierher antrug. Sie würden mich daher außerordentlich verbinden, wenn Sie mir, durchaus bloß für mich, Ihre Erklärung recht baldigst zukommen ließen. Ich kann nämlich nur unter der Voraussetzung gegen W[einhol]ds Ankommen, oder auf seine Entfernung hinwirken, daß Sie mit Gewißheit kommen denn sonst würde, wie ich mit Bestimmtheit weiß, ein noch weit schlechterer als er, der in einem meiner Briefe erwähnte [Peter] Krukenberg angestellt. Hierüber muß ich erst im Reinen seyn, um nicht der Univ. größeres Unheil zu bereiten. Wenn ich Ihnen nun diese Eröffnung mache, so bitte ich Sie dringend, sie nicht etwa als Beweis anzusehen, daß meine früher geäußerten Wünsche die geringste Änderung erlitten hätten. Ließe es sich möglich machen, daß Sie noch hierher kämen, so wäre mir diese Wendung natürlich die liebste. Ist aber dies nicht der Fall, so komme ich unendlich lieber zu Ihnen als ich an den Rhein gehe, aus sehr vielen Gründen. Haben Sie es echt der Mühe werth gehalten, bei Ihnen für mich zu wirken und sind Sie fest entschlossen, auch im Falle eines neuen Antrags nicht hierher zu kommen, so bitte ich Sie dringend sich in Ihrer Bemühung durchaus nicht unterbrechen zu lassen, und diese unbedingt fortzusetzen, da ja im Fall der letztere glückliche Fall eintreten könnte, alles sehr leicht zu […] ist. Mit W[einhol]d bleibe ich […] auf keinen Fall zusammen, da er allgemein in dem Rufe eines im höchsten Grad schlechten, zu collegialischen Verhältnissen völlig untauglichen Menschen steht […]“ – Karl August Weinhold (1782-1829) nahm 1817 die Stelle eines Professors für Chirurgie an der neu vereinigten Universität Halle-Wittenberg an.