Beschreibung
Inhaltsreicher persönlicher Brief an Fräulein Frederike Kühnlen in Sandersdorf: „[…] Noch keine 2 Stunden waren verflossen, seitdem ich ein Briefchen an Sie auf die Post schickte, als ich Ihre freundlichen Zeilen erhilt [!], welche mir das Vergnügen erlauben, sogleich nochmals an Sie zu schreiben. – In Ihrer Zuschrift […] sind mehrere Fragen, die ich wohl […] unbeantwortet liesse, allen einer theilnehmenden Freundin gegenüber nach bestem Gewissen abfertige. Wie weit Mariele noch vom Ziele steht, in die menschliche Gesellschaft geistig und körperlich zu passen scheint Ihnen ebenso klar zu sein als mir […] Mein gestriger Brief wird Ihnen schon einiges Licht auf den gegenwärtigen Zustand des Kindes werfen; und gerade erinnere ich mich, ganz vergessen zu haben, auf das unterdrückten linken 2t. Zuhaus zu gedenken, der auf ein bedeutendes Behindernis geworden ist, und viel Aufmerksamkeit verlangt. Am 21. April 1855 gab ich jedoch der Familie die Hoffnung, daß in 2 Jahren das Kind im Stande sein wird, sich mühsam allein vom Platze zu bewegen […]“. – Nach dem Studium und der Promotion (1855, „Die Behandlung der Hornhauttrübungen“) in München wurde Nussbaum Assistent Franz Christoph von Rothmunds und bildete sich in Paris, Berlin und Würzburg weiter. 1857 habilitierte er sich in München für Chirurgie, lehnte 1859 einen Ruf als Ordinarius an die Univ. Zürich ab und wurde im folgenden Jahr o. Prof. der Chirurgie in München. Nussbaum galt als herausragender Hochschullehrer und Operateur und veröffentlichte u.a. Schriften zur Krebsbehandlung, Neurochirurgie und zu Knochentransplantationen. Sein Leitfaden zur antiseptischen Wundbehandlung (1878) wurde mehrfach wiederaufgelegt und übersetzt.







