Bücher, Karl, Nationalökonom (1847-1930).

Eigenhändiger Brief mit Unterschrift "K. B." auf einem Einblattdruck. Leipzig, 4. III. 1917, Kl.-4°. Zus. 2 Seiten.

Nicht vorrätig

Beschreibung

An seinen Freund Franz Kirberger auf der gedruckten Danksagung zu seinem 70. Geburtstag: “[…] Deinen Namen habe ich bei zufälliger Anwesenheit in Frankfurt wohl einmal gehört. Ich hatte dort meist so viel zu tun und so knappe Zeit, daß ich Dich nicht aufsuchen konnte. Bei Deines Vaters Tode hätte ich Dir jedenfalls geschrieben, wenn eine Nachricht an mich gekommen wäre und ich eine Adresse gewußt hätte. Dein Versuch der Wiederanknüpfung muß mich also nicht erreicht haben. Ein Kirberger hat mich nie vergeblich am Ärmel gezupft. Wie dem sein mag, es ist jetzt noch nicht zu spät, wenn ich auch wenig Hoffnung habe, selbst wieder einmal nach Frankfurt zu kommen […] So erfuhr ich von HetzelsTod erst durch Deinen Brief […] Du kannst Dir wohl denken, daß bei einem Lebensgang, der so auf Umwegen zum Ziele gelangt ist wie der meine, nicht viel Zeit zum Stehenbleiben und Rückschauen bleibt. Die Menschen verschwinden einem da aus dem Gesicht wie die Schiffe, die einander in der Nacht begegnen. Bei einer Gelegenheit wie dem 70. Geburtstag kommt dann ans Licht, was einem von der ganzen großen Schar geblieben ist […]” – Bücher war einer der Gründerväter der Zeitungswissenschaft in Europa. Innovativ waren auch seine Beiträge zur Arbeitssoziologie (Arbeit und Rhythmus) und Wirtschaftsgeschichte (Die Entstehung der Volkswirtschaft). Wenig bekannt ist, dass Bücher zusammen mit Johann Friedrich Schär der Erfinder der (heute so genannten) Break-even-Analyse ist. Er formulierte das Gesetz der Massenproduktion.