Fröbel, Julius, Schriftsteller und Politiker (1805-1893).

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Eigenhändiger Brief mit Unterschrift „Julius Froebel“. Kissingen, 14. VI. 1861, Gr.-8° (21,5 x 13,5 cm). 3 1/2 Seiten. Doppelblatt. Dünnes Papier.

Vorrätig

Beschreibung

An Elisabeth Lewald, geb. Althaus (1825-1884), die Gattin des Berliner Juristen Otto Lewald. Über das Buch „Etliche Flugschriften über das Nationalitätsprinzip und über den Ausbau Deutschlands“ (1861), das gemeinsam von Karl Rodbertus (1805-1875), Lothar Bucher (1817-1892) und Karl Philipp Joseph von Berg (1816-1866) veröffentlicht worden war: „[…] Ich danke Ihnen […] für die Zusendung des Bucher’schen Aufsatzes, den ich, wie alles, was von unserm Freunde ausgeht, mit Genuß gelesen habe. Wenn man nur im deutschen Publikum auf literarischem Wege eine andere als eine literarische Wirkung hervorbrächte! – Der Schriftsteller hilft ‚die Bildung‘ vermehren – diesen Parasiten, welcher an unsen nationalen Thatkraft zehrt. Wieviele von den Lesern unseres Freundes sind es, die durch die geistreichen Urtheile desselben aus den Fesseln ihrer politischen Vorurtheile erlöst werden? Literarisch ist unseres Freundes Einheit reizend, politisch wäre gröberes Geschütz wünschenswerth. Ich habe einen zu verschleierten und zarten Ausdruck namentlich in den Erklärungen bedauert, welche Bucher mit Rodbertus und Berg erlassen. Für Süddeutschland wenigstens, hieß dies mit dem Berg hinter dem Berge halten. Der Geist dieser Erklärungen war großdeutsch; aber Süddeutschland, welches sich vom Norden entweder als Auster oder als Artischocke behandelt sieht, suchte darin vergebens nach einem beruhigenden Ausdrucke. Wir sollen vor allem deutsch sein und uns vereint gegen das Ausland wehren, – das ist die Mahnung der drei Herren gewesen; aber wie sollen wir das machen? Das ist gerade die Frage […] Ich bin, wie Sie sehen, schon in Kissingen, ohne jedoch über meinen Aufenthalt schon einen festen Plan zu haben […] Es würde mich freuen, mit Ihrem Vater und Herrn Lewald hier noch einige Zeit zusammen sein zu können […]“ – Fröbel war einer der führender Politiker der demokratischen Bewegung im Vormärz. Er war Mitglied der Frankfurter Nationalversammlung und nach Rückkehr aus dem amerikanischen Exil Redakteur und Diplomat.