Brakl, Franz Josef, Sänger, Theaterdirektor und Galerist (1854-1935).

77,00 

Maschinengeschriebener Brief mit eigenhändiger Unterschrift München, 14. IX. 1912, Gr.-4°. 1 Seite. Doppelblatt mit Kopfvignette.

Vorrätig

Beschreibung

An einen Freund unter Bezugnahme auf einen beiliegenden Zeitungsausschnitt über das “Café Rathaus”: “[…] Da sehen Sie ja, wie die edle Baukommission es auch mit Anderen macht. Es geht mir ähnlich, denn ich baue seit zwei Monaten ohne amtliche Bewilligung und nur auf eine Vorgenehmigung. Vielleicht geht endlich heute in der Sitzung das Projekt durch. Dennoch bin ich Ihnen sehr und aufrichtig dankbar, dass Sie mich vor vier oder fünf Wochen vom Abschiessen des vergifteten Pfeiles kluger Weise abhielten; Sie hatten sehr recht, die Situation wäre nur schlimmer und verschärft geworden. Zu arbeiten habe ich wie ein wildes Tier und deshalb bin ich verhindert gewesen, mich nach unserem Bubi umzusehen. Dazu auch noch das infame Wetter, welches es Einem unmöglich macht, vor die Türe zu gehen […]” – Brakl war 1878-1900 erster Tenor und 1898/99 Direktor des Gärtnerplatztheaters in München. Er übernahm die administrative Leitung des Schlierseer Bauerntheaters. 1905 zog er sich vom Theater zurück und gründete eine moderne Kunstgalerie in München (ab 1913 im eigenen Haus Goethestr. 64; später: Medizinische Lesehalle).