Beschreibung
Janssen zeichnet drei seiner Werke, von denen er Abzüge wünscht, und schreibt an Herbert Jaeckel (1907-1998) in Worpswede u.a. über die 1964 entstandene Radierung „Selbst-Pinkus“: „… Ich bin vollkommen zufrieden mit den Drucken. Das (Plakat) Selbstbildnis ist ja nun zu Ende. Wenn Sie selbst noch 1 oder 2 haben möchten, ziehen Sie sich die selbstverständlich noch. Und dann zerschneiden Sie Platte bitte. Dann schreiben Sie mir bitte, wenn es Ihnen irgendwie möglich umgehend, wieviel Sie von den schwarzen Selbst noch ziehen können. Ich habe davon erst 2 verkauft + kann die Auflage korrigieren + sehe gerade, dass Sie wohl nur noch 10 oder 15 runterkriegen. – Klee + Ensor ist ja eine schöne Sache, bei der wir wohl Auflage 40 lassen können. Als nächstes möchte ich gerne, wiederum nicht dringend gemeint: 1. 10 x Gespräche über Aquatinta | 2. 10 x Selbst-Suff (das haben Sie diesmal verwechselt) | 3. 10 x Recht auf Heimat … Ich lege diesem Brief erstmal DM 300.- bei und grüsse Sie + Ihre liebe Frau …“ – 1964 entstand die Radierung „Selbst-Pinkus“ als Vorlage für das Plakat zur Ausstellung „Radierungen“ im selben Jahr in der Galerie Lotte Cetto „Die Insel“ in Worpswede. Die Auflage betrug 40 Abzüge (Vogel 309). – Herbert Jaeckel war der Neffe und Schüler des Malers und Grafikers Martin Paul Müller (1872-1936), der 1919 die Künstlerpresse Worpswede begründete. Nach dem Tod des Onkels übernahm er 1936 die Werkstatt und etablierte sie als zentrale Institution für Druckgrafik. Janssen und Jaeckel lernten sich Anfang der Sechzigerjahre in Worpswede kennen. Der Galerist Hans Brockstedt machte sie miteinander bekannt. Es folgte bis zum Zerwürfnis 1972 eine intensive, kreative und freundschaftliche Zusammenarbeit. – Bisher in Privatbesitz.







