Müller, Wilhelm – Kosch, Wilhelm, Literaturhistoriker, Herausgeber (1879-1960).

200,00 

Eigenhändiger Brief mit Unterschrift Freiburg, 15. II. 1907, (17 x 13 cm). Doppelblatt. 2 Seiten.

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Beschreibung

„Hochverehrter Herr Doktor! Soeben finde ich noch ein weiteres Gedicht bei Wilhelm Müller, das den Prager Schönen gilt: Wenn Du wandelst auf der Prager Brücken, | tut vor Dir Sankt Nepomuk sich bücken, | Und die Arme hebt er auf zum Segen | Deiner schwarzen Schelmenaugen wegen. | Ach, wie sollt‘ man heut‘ ein Heil’ger werden, | Wo’s ein solches Mädel gibt auf Erden?! | Aus dem Himmel liefen Gottes Engel, | Um zu küssen Deine Rosenwängel. | Und ich sollt‘ mit meiner armen Seelen | fort von Dir mich in den Himmel quälen, | Um von oben mit betrübten Blicken | Grüße Dir hinunter zuzunicken? | Meiner Fiedel Saiten sind zersprungen, | Als ich Dir das Abschiedslied gesungen. | Sag‘, wie soll mein Herz doch diese Plagen, | Ohne zu zerreissen, still ertragen? || Dann haben nach Brentano, Ferd. von Saar (‚Innocenz‘) u. a. Prag gefeiert. Aber das würde zu weit führen. Wählen Sie daher aus dem vielen Schönen das aus, das Ihnen am besten zusagt. Hauptsache ist ja, dass der Zweck erreicht wird: Deutsche Studenten – nach Prag!“ – Kosch erlangte internationale Bekanntheit über das von ihm begründete und später mehrfach erneuerte „Deutsche Literatur-Lexikon“. – Mit redaktionellen Strichen.