Beschreibung
An den Geologen Wilhelm von Haidinger (1795-1871) in Wien; erwähnt dessen Arbeit „Die hohlen Geschiebe aus dem Leithagebirge“ (Wien 1856): „Es ist mir allerdings über alles erfreulich und schmeichelhaft auch von Ihnen den ich so innigst verehre, zu vernehmen wie freundlich ich von Vielen bei Ihrer schönen Versammlung [der Naturforscher und Ärzte in Wien, 16.-22. September] erwartet worden bin, aber die seit einigen Monaten sehr zunehmende Schwäche meiner Muskelkräfte macht mir Schonung zur Pflicht, da ich in einem so unwahrscheinlichen Alter und bei fortgesetzter selbst nächtlicher Arbeit […] noch so manches zu vollenden wünsche […] Ich eile heute Ihnen, hochverehrter College, meinen Dank für Ihren lieben Brief vom 12. September und die so überaus interessante Abhandlung über die Entstehung hohler Geschiebe darzubringen weil weil ich sie mit einem kleinen Aufträgen an den Herrn Baron von Leonhardi Professor an der Universität zu Prag behelligen muß. Dieser Gelehrte nimmt wie auch Sie einen warmen Antheil an der traurigen Lage des talentvollen Dr. Schimper und verlangt, daß ich ihm einen sich darauf beziehenden Brief meines Freundes Prof. Schleiden zu Jena […] selbst wieder einhändigen soll, weil in der Versammlung Schritte für den trefflichen Schimper vorbereitet werden sollen. Da ich nun Herrn Baron von Leonhardi’s Wiener Adresse nicht weiß, so bitte ich Sie die Anlage demselben gelegentlichst bald zukommen zu lassen. Bei der Individualität des genialen Dr. Schimper wäre allerdings eine einfache Pensionierung von einem der so zahlreichen Berliner Kerkerherren das wünschenswertheste, aber es giebt auch Anstellungen ohne officielle Arbeit und da Schimper ein Baier ist, so sollte ich München für den Ort halten, der die meiste Hoffnung gebe. Entschuldigen Sie mich gütigst, daß ich Hern. von Leonhardi nicht selbst antworte, aber die morgende Ankunft des Hofes und die vielen bald zu feiernden Feste nehmen die Zeit des uralten Mannes, mehr als gewöhnlich in Anspruch und machen seine Hand noch unleserlicher […]“ – Hermann von Leonhardi (1809-1875) hatte 1855 auf Schimper hingewiesen („Einige Nachrichten über Carl Friedrich Schimper“, in: Lotos. Zeitschrift für Naturwissenschaften. 5. Jg. Prag 1855.S. 145-151), da Schimper (1803-1867) nach vergeblichen Versuchen, in München eine Stellung zu finden, ab 1849 verarmt in Schwetzingen lebte. Matthias Jacob Schleiden (1804- 1881) lebte als Botaniker in Jena.






