Quelle: Wikipedia
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Freundschaftsbillets -, .
Sammlung von 82 in Kupfer gestochenen Billets, teilweise auf Seide, teilweise in mehreren Farben gedruckt, die Illustrationen jeweils handkoloriert, reich verziert, mit ironischen, erotischen, belehrenden oder romantischen Gedichten. , Um 1800, 9 x 9 cm, 12 x 8 cm oder 8 x 10 cm.
10000 €
Reizvolle, typographisch und illustratorisch aufwendig gestaltete Sammlung von Freundschaftsemblemen, Textbeispiele: Bald wird Dich ein Myrthenkränzchen zieren, Reiz Dich der schönste Jüngling führen. An der Hand zum Traualtar und die Liebe wird Euch sanft regieren, Treu und zärtlich hundert Jahr. - Jeder Gram, der Thoren quält, sieh von Deiner Seite, und durch Unschuld neu beseelt schweb um Dich die Freude. - Dir schmecke immer wohl der beste Wein, Nimm niemals Pillen oder Pulver ein; Leg achtzig Jahre noch gesund zurücke, und brauche keine Brille keine Krücke.Reizvolle, typographisch und illustratorisch aufwendig gestaltete Sammlung von Freundschaftsemblemen, Textbeispiele: Bald wird Dich ein Myrthenkränzchen zieren, Reiz Dich der schönste Jüngling führen. An der Hand zum Traualtar und die Liebe wird Euch sanft regieren, Treu und zärtlich hundert Jahr. - Jeder Gram, der Thoren quält, sieh von Deiner Seite, und durch Unschuld neu beseelt schweb um Dich die Freude. - Dir schmecke immer wohl der beste Wein, Nimm niemals Pillen oder Pulver ein; Leg achtzig Jahre noch gesund zurücke, und brauche keine Brille keine Krücke.
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Marc, Franz, Maler und Graphiker (1880-1916).
Eigenhändiger Brief m. U. München, (März 1911), 4° (25 x 19 cm). 1 1/2 Seiten. Doppelblatt mit gedrucktem Briefkopf „München Theresienstrasse 12“.
4800 €
An seine zukünftige Frau Maria Franck (1876-1955) in Berlin wegen einer gerichtlichen Vorladung in Marcs Heiratsangelegenheit. Marc hatte Maria Franck 1905 kennengelernt; seine erste Frau Marie Schnür, von der Marc 1908 geschieden wurde, hatte versucht, seine Ehe mit Maria Franck zu sabotieren, indem sie sie des Ehebruchs beschuldigte. Franz Marc und Maria Franck wurden am 4. April 1911 vor das Bezirksgericht München geladen. Sie durften erst 1913 heiraten: "Liebste, in Eile ein paar Worte: Die Papiere sind angekommen. Ich habe hier für 4. April eine Vorladung. Du wirst sie hier bekommen, per adr. Gauting, p. adr. Frl. Adler. [Der Anwalt] Fromm bat mich um eine neutrale Adresse [...] Aber nun komm auch bestimmt. Vor dem 4. bekommst Du ja nun keinenfalls die Vorladung, aber es kann ...
An seine zukünftige Frau Maria Franck (1876-1955) in Berlin wegen einer gerichtlichen Vorladung in Marcs Heiratsangelegenheit. Marc hatte Maria Franck 1905 kennengelernt; seine erste Frau Marie Schnür, von der Marc 1908 geschieden wurde, hatte versucht, seine Ehe mit Maria Franck zu sabotieren, indem sie sie des Ehebruchs beschuldigte. Franz Marc und Maria Franck wurden am 4. April 1911 vor das Bezirksgericht München geladen. Sie durften erst 1913 heiraten: "Liebste, in Eile ein paar Worte: Die Papiere sind angekommen. Ich habe hier für 4. April eine Vorladung. Du wirst sie hier bekommen, per adr. Gauting, p. adr. Frl. Adler. [Der Anwalt] Fromm bat mich um eine neutrale Adresse [...] Aber nun komm auch bestimmt. Vor dem 4. bekommst Du ja nun keinenfalls die Vorladung, aber es kann wohl sein, dass sie auch auf den 4. April lauten wird. Ich bin in Eile, auf dem Weg zu Kandinsky; nachmittags Vereinsversammlung [Neue Künstlervereinigung München]. Abends zurück nach Sindelsdorf. Ich bin froh, dass die Vorladung endlich da ist und scheinbar alles klappt [...] Fromm bat uns, vor der Vorladung in nocheinmal aufzusuchen. In Eile, morgen mehr Dein treuer F. M. Grüße zu Hause, und viele Grüße von P[aul] und H[elene]." - Franz Marc wohnte bei seinem Bruder Paul Marc in der Münchener Theresienstraße 12. Die Sommermonate verbrachte er in Sindelsdorf. Zu dieser Zeit trugen sich Marc und Wassily Kandinsky mit dem Gedanken, eine neue, fortschrittliche Künstlergruppe ins Leben zu rufen. Marc gehörte zu der von Kandinsky 1909 mitbegründeten Neuen Künstlervereinigung München. 1911 kam es zu Streitigkeiten mit den eher konservativen Künstlern der N.K.V.M. - Vgl. K. Jüngling und B. Roßbeck, Franz und Maria Marc. 2000. - Dieser Brief nicht verzeichnet in Günter Meißner, Franz Marc: Briefe, Schriften und Aufzeichnungen. Leipzig 1980. - Briefe von Franz Marc sind sehr selten.
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Kraus, Karl, Schriftsteller (1874-1936).
Eigenhändiges Gedichtmanuskript (21 Zeilen) ohne Unterschrift , Ohne Ort und Jahr [Wien, August 1920], Gr.-8°. 1 Seite.
4500 €
"Franz Joseph || Wie war er? War er dumm? War er gescheit? | Wie fühlt' er? Hat es wirklich ihn gefreut? | War er ein Körper? War er nur ein Kleid? | War eine Seele in dem Staatsgewand? | Formte das Land ihn? Formte er das Land? [...] Nie prägte mächtiger in ihre Zeit jemals ihr Bild die Unpersönlichkeit." - Veröffentlicht in "Die Fackel" (Nr. 551, Jg. 22, August 1920, S. 18) sowie in "Worte in Versen", Bd. V, 1920. - Darunter ein weiterer Einzeiler: "Erzherzog Friedrich | Heroischer Vers | Als er, im Kino geschah's, sie da fallen sah, rief er: Bumsti!" Veröffentlicht ebenda S. 19 und wieder verarbeitet in "Die letzten Tage der Menschheit". Karl Kraus etablierte damit den Spitznaamen "Erzherzog Bumsti" für den Oberbefehlshaber der k. u. k. Armeen Erzherog Friedrich. - Mit einigen ...
"Franz Joseph || Wie war er? War er dumm? War er gescheit? | Wie fühlt' er? Hat es wirklich ihn gefreut? | War er ein Körper? War er nur ein Kleid? | War eine Seele in dem Staatsgewand? | Formte das Land ihn? Formte er das Land? [...] Nie prägte mächtiger in ihre Zeit jemals ihr Bild die Unpersönlichkeit." - Veröffentlicht in "Die Fackel" (Nr. 551, Jg. 22, August 1920, S. 18) sowie in "Worte in Versen", Bd. V, 1920. - Darunter ein weiterer Einzeiler: "Erzherzog Friedrich | Heroischer Vers | Als er, im Kino geschah's, sie da fallen sah, rief er: Bumsti!" Veröffentlicht ebenda S. 19 und wieder verarbeitet in "Die letzten Tage der Menschheit". Karl Kraus etablierte damit den Spitznaamen "Erzherzog Bumsti" für den Oberbefehlshaber der k. u. k. Armeen Erzherog Friedrich. - Mit einigen Streichungen und Korrekturen, darunter zwei gestrichene Verse.
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Benedikt XV. (Giacomo della Chiesa), Papst (1854-1922).
Eigenhändiger Brief mit Unterschrift „Benedictus PP. XV“. Vatikan, 8. IX. 1917, 4°. 4 Seiten. Doppelblatt mit gold und farbig geprägtem Wappen. Mit eigenhändigen Umschlag.
4500 €
An den päpstlichen Geheimkämmerer Rudolf Gerlach in München über seinen "Aufruf zum Frieden", der bei der Entente auf deprimierend geringe Resonanz gestoßen sei. Immerhin habe er damit die Initiative nicht den Sozialisten überlassen und aufgeräumt mit der Legende, dass die Kirche den Krieg wolle: "[...] Ad ogni modo spero che qualche frutto, se non immediato, l'Appello alla pace l'avra almeno più tardi: per ora abbiamo compiuto un dovere, non lasciando prendere l'iniziativa ai socialisti ed impedendo la leggenda che la guerra sia voluta dal Papa, dai Vescovi e dai frati [...]" - Übersetzung: "[...] Der jüngste Friedensappell wurde von der Entente so negativ interpretiert, dass ich dadurch wirklich ein wenig entmutigt bin: mir schien, sie sollten zumindest die allgemeinen ...
An den päpstlichen Geheimkämmerer Rudolf Gerlach in München über seinen "Aufruf zum Frieden", der bei der Entente auf deprimierend geringe Resonanz gestoßen sei. Immerhin habe er damit die Initiative nicht den Sozialisten überlassen und aufgeräumt mit der Legende, dass die Kirche den Krieg wolle: "[...] Ad ogni modo spero che qualche frutto, se non immediato, l'Appello alla pace l'avra almeno più tardi: per ora abbiamo compiuto un dovere, non lasciando prendere l'iniziativa ai socialisti ed impedendo la leggenda che la guerra sia voluta dal Papa, dai Vescovi e dai frati [...]" - Übersetzung: "[...] Der jüngste Friedensappell wurde von der Entente so negativ interpretiert, dass ich dadurch wirklich ein wenig entmutigt bin: mir schien, sie sollten zumindest die allgemeinen Grundsätze akzeptieren, die im Übrigen schon von Politikern vorgebracht wurden: was der Entente missfällt, waren die offenen Worte rund um den gegenseitigen Erlass der Kosten und der Kriegsentschädigung; aber, mit Ausnahme von Belgien, das der Kanzler von Deutschland [Reichskanzler Michaelis] selbst versprach zu entschädigen, sehe ich nicht wie jemand weiterhin Krieg führen kann um Geldfragen. Jedenfalls hoffe ich, dass der Friedensappell, wenn auch nicht sofort, dann wenigstens später irgendwelche Früchte tragen wird: für jetzt haben wir eine Pflicht erfüllt, haben es nicht den Sozialisten überlassen, die Initiative zu ergreifen und die Legende verhindert, dass der Krieg vom Papst, von den Bischöfen und Mönchen gewollt ist [...]" - "Besonders bekannt wurde 'Dès le début', die Friedensnote Benedikts XV. am dritten Jahrestag des Kriegsbeginns (1. August 1917). Darin schlug der Papst als neutraler Vermittler allen kriegführenden Mächten Friedensverhandlungen vor. Er forderte Abrüstung, eine effektive internationale Schiedsgerichtsbarkeit zur Vermeidung künftiger Kriege und den Verzicht auf Gebietsabtretungen. Damit wurden vom Vatikan wesentliche Grundzüge der internationalen Friedensbewegung der Vorkriegszeit aufgegriffen. Der Plan wurde ausgeschlagen, da sich jede der Kriegsparteien als durch ihn benachteiligt ansah. Die Triple Entente war außerdem argwöhnisch gegenüber dem päpstlichen Geheimkämmerer Rudolf von Gerlach, die wichtigste direkte Kontaktperson der Mittelmächte zum Papst. Der Heilige Stuhl wurde sogar von den Verhandlungen zum Waffenstillstand ausgeschlossen." (Wikipedia). - So wichtige, eigenhändige Briefe des Papstes sind von allergrößter Seltenheit.
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Liszt, Franz, Komponist (1811-1886).
Eigenhändiger Brief mit Unterschrift „F. Liszt“. Weimar, 30. IV. 1860, 8°. 2 Seiten. Doppelblatt. Bläuliches Papier.
2800 €
Unveröffentlichter Brief an einen Freund. Liszt empfiehlt ihm einen jungen Mann, "un jeune homme d'un bon agent et de bonne facons" namens Legrèle: "[...] Il vient de faire quelques temps à Weimar ou il s'est fait studiemement occupé de la Littérature allemande, et se propose maintemant d'étendre encore ses horizons intellectuels par un séjour de plusieurs mois en Angleterre. Sur quelques articles dans la Revue contemporaine il a fait sa premières armes littéraires avec succès [...] Le mien me conduira probablement pour quelque jours à Londres ce printemps [...]".Unveröffentlichter Brief an einen Freund. Liszt empfiehlt ihm einen jungen Mann, "un jeune homme d'un bon agent et de bonne facons" namens Legrèle: "[...] Il vient de faire quelques temps à Weimar ou il s'est fait studiemement occupé de la Littérature allemande, et se propose maintemant d'étendre encore ses horizons intellectuels par un séjour de plusieurs mois en Angleterre. Sur quelques articles dans la Revue contemporaine il a fait sa premières armes littéraires avec succès [...] Le mien me conduira probablement pour quelque jours à Londres ce printemps [...]".
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Strauß (Vater), Johann, Komponist (1804-1849).
Eigenhändiger Brief mit Unterschrift „J. Strauss“. Ohne Ort [London], 1. V. 1838, Gr.-8° (19,5 x 12,5 cm). Doppelblatt mit Adresse und blindgeprägtem Monogramm „J St“.
2750 €
An den Pianisten und Komponisten Ignaz Moscheles (der 1828 einen "Valse à la Strauss" komponiert hatte): "[...] Mit wahrem Vergnügen erbiethe ich mich Ihrem geehrten Wunsche in jeder beliebigen Art entgegen zu kommen. Ich verbinde hiermit zugleich die Bitte, den Tag und Stunde zu bestimmen um hierüber nähere Rücksprache nehmen zu können, hinsichtlich der Einteilung etc. und habe bis dahin die Ehre mich zu zeigen als Euer Wohlgeboren ergebenster [...]" - Im Jahr 1838 unternahm Johann Strauss eine erfolgreiche siebenmonatige Konzerttournee durch England. Von seiner Ankunft im April 1838 bis Ende Juli gab er allein in London 79 Konzerte, u. a. mit einem Widmungswalzer bei dem Krönungsball für Königin Victoria am 10. Mai 1823. Die Tourneeanstreingungen führten bei ihm zu einem ...
An den Pianisten und Komponisten Ignaz Moscheles (der 1828 einen "Valse à la Strauss" komponiert hatte): "[...] Mit wahrem Vergnügen erbiethe ich mich Ihrem geehrten Wunsche in jeder beliebigen Art entgegen zu kommen. Ich verbinde hiermit zugleich die Bitte, den Tag und Stunde zu bestimmen um hierüber nähere Rücksprache nehmen zu können, hinsichtlich der Einteilung etc. und habe bis dahin die Ehre mich zu zeigen als Euer Wohlgeboren ergebenster [...]" - Im Jahr 1838 unternahm Johann Strauss eine erfolgreiche siebenmonatige Konzerttournee durch England. Von seiner Ankunft im April 1838 bis Ende Juli gab er allein in London 79 Konzerte, u. a. mit einem Widmungswalzer bei dem Krönungsball für Königin Victoria am 10. Mai 1823. Die Tourneeanstreingungen führten bei ihm zu einem nervlichen Zusammenbruch. - Briefe von Johann Strauss Vater sind sehr selten.
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Zweig, Stefan, Schriftsteller (1881-1942).
Eigenhändiges Gedichtmanuskript (23 Zeilen) mit Korrekturen und Unterschrift „Stefan Zweig“. Ohne Ort und Datum [Wien, 1911], Gr.-4° 27 x 21 cm). 1 Seite. Bläuliches Papier.
2500 €
Prachtvolle Niederschrift: "Die letzte Sonne. Ein Gedicht Verhaerens in Nachdichtung von Stefan Zweig." - Stefan Zweig pflegte eine tiefe Freundschaft und literarische Verbundenheit mit dem belgischen Dichter Emile Verhaeren (1855-1916). Zweig verehrte Verhaeren als einen der bedeutendsten modernen Dichter, übersetzte dessen Werke ins Deutsche und veröffentlichte 1910 eine vielbeachtete Monographie über ihn. Sein Gedicht "Peut-être", das letzte des Bandes "Les Heures du soir" (1911) wurde von Zweig sofort unter dem Titel "Die letzte Sonne" übersetzt und in dem Band 5 der Insel-Bücherei "Hymnen an das Leben" (1912) veröffentlicht. - Die ersten beiden Strophen lauten: "Vielleicht | Dereinst in meiner letzten Stunde | Vielleicht | Dass dann - und wär's nur für eine Secunde! | Ein ...
Prachtvolle Niederschrift: "Die letzte Sonne. Ein Gedicht Verhaerens in Nachdichtung von Stefan Zweig." - Stefan Zweig pflegte eine tiefe Freundschaft und literarische Verbundenheit mit dem belgischen Dichter Emile Verhaeren (1855-1916). Zweig verehrte Verhaeren als einen der bedeutendsten modernen Dichter, übersetzte dessen Werke ins Deutsche und veröffentlichte 1910 eine vielbeachtete Monographie über ihn. Sein Gedicht "Peut-être", das letzte des Bandes "Les Heures du soir" (1911) wurde von Zweig sofort unter dem Titel "Die letzte Sonne" übersetzt und in dem Band 5 der Insel-Bücherei "Hymnen an das Leben" (1912) veröffentlicht. - Die ersten beiden Strophen lauten: "Vielleicht | Dereinst in meiner letzten Stunde | Vielleicht | Dass dann - und wär's nur für eine Secunde! | Ein wenig Sonne, zaghaft und leicht | Über die dunkelnden Fenster schleicht. | Dann würden meine Hände, die entfärbten armen | Von ihrer Glut noch einmal golden reifen, | Ihr letzter leiser Kuss mit ihrer warmen | Begütigung mir Stirn und Lippen streifen, | Und meine Augen könnten, eh sie stolz verglühen | dankbar so grosses Leuchten widersprühen [...]" Es folgt eine weitere, elfzeilige Strophe. - Neudruck: Rhythmen. Hrsg. von K. Beck. 1983. S. 170. - Eigenhändige Gedichtmanuskripte von Stefan Zweig sind sehr selten.
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Andersen, Hans Christian, Schriftsteller (1805-1875).
Eigenhändiges Albumblatt mit Unterschrift „H. C. Andersen“. Leipzig, 15. IX. 1846, 13,2 x 21,6 cm. 1 Seite.
2400 €
4 Gedichtzeilen in dänischer Sprache und Frakturschrift mit der Widmung " Til Digteren Böttger fra H. C. Andersen" für den Lyriker und Dramatiker Adolf Böttger (1815-1870): "Jeg i dit Øie Digter-Sjælen saae, | Jeg i dit Haandtryk følte Hjertet banke; | Sangfuglene i Verden skilles maae, | Men mere stærk end Vingen er vor Tanke [...]" ("Ich sah in deinen Augen die Seele des Dichters, | Ich spürte in deinem Händedruck das Herz schlagen; | Die Singvögel der Welt müssen sich trennen, | Doch stärker als der Flügel ist unser Gedanke." - "I saw in your eye the poet's soul, | I felt in your handshake the heart beating; | The songbirds of the world must part, | Yet stronger than the wing is our thought."]. - Andersen reiste im Jahr 1846 durch Mitteldeutschland, wobei Leipzig eine ...
4 Gedichtzeilen in dänischer Sprache und Frakturschrift mit der Widmung " Til Digteren Böttger fra H. C. Andersen" für den Lyriker und Dramatiker Adolf Böttger (1815-1870): "Jeg i dit Øie Digter-Sjælen saae, | Jeg i dit Haandtryk følte Hjertet banke; | Sangfuglene i Verden skilles maae, | Men mere stærk end Vingen er vor Tanke [...]" ("Ich sah in deinen Augen die Seele des Dichters, | Ich spürte in deinem Händedruck das Herz schlagen; | Die Singvögel der Welt müssen sich trennen, | Doch stärker als der Flügel ist unser Gedanke." - "I saw in your eye the poet's soul, | I felt in your handshake the heart beating; | The songbirds of the world must part, | Yet stronger than the wing is our thought."]. - Andersen reiste im Jahr 1846 durch Mitteldeutschland, wobei Leipzig eine wichtige Station darstellte. Dort erlebte er die Tannhäuser-Ouvertüre unter der Leitung von Felix Mendelssohn Bartholdy. Im selben Jahr erschien in Leipzig erstmals seine Autobiografie "Das Märchen meines Lebens ohne Dichtung". Böttger hatte Andersen bei den Korrekturen zu dieser Autobiographie in deutscher Übersetzung geholfen. Das Blatt entstand zum Abschied von ihm, denn Andersen verließ Leipzig am folgenden Tag (thanks to Ejnar Stig Asgaard). - Montiert, kleine Eintragung. - Unveröffentlicht.
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Mann, Thomas, Schriftsteller und Nobelpreisträger (1875-1955).
Eigenhändiger Brief mit Unterschrift München, „Poschingerstr. 1“, 1. XI. 1920, Gr.-8° (22,5 x 14 cm). 2 Seiten. Doppelblatt. Briefkopf. Mit eigenhändigen Umschlag.
2200 €
Bisher unbekannter Brief an Regierungsrat Bernhard Witte (1878-1945) in Elberfeld, den späteren Präsidenten der Deutschen Reichsbahn: "[...] Nehmen Sie meinen herzlichen Dank für Ihr liebenswürdiges Anerbieten mich am 9. und 10. zu beherbergen! Aus Ihren Zeilen geht hervor, dass diese freundliche Einladung Ihnen früher, wahrscheinlich in den Anfängen meiner Korrespondenz über die jetztige aktuell werdende Reise, indirekt von dritter Seite an mich ergangen ist. Ich muß damals nicht ernsthaft genug davon Notiz genommen haben, denn thatsächlich habe ich, ebenfalls schon vor längerer Zeit, meinem Freunde Dr. Ernst Bertram zugesagt, in Elberfeld bei ihm, das heißt bei seiner Mutter die mich durch ihn einladen ließ, zu nehmen. Verzeihen Sie. sehr geehrter Herr Regierungsrat, diese ...
Bisher unbekannter Brief an Regierungsrat Bernhard Witte (1878-1945) in Elberfeld, den späteren Präsidenten der Deutschen Reichsbahn: "[...] Nehmen Sie meinen herzlichen Dank für Ihr liebenswürdiges Anerbieten mich am 9. und 10. zu beherbergen! Aus Ihren Zeilen geht hervor, dass diese freundliche Einladung Ihnen früher, wahrscheinlich in den Anfängen meiner Korrespondenz über die jetztige aktuell werdende Reise, indirekt von dritter Seite an mich ergangen ist. Ich muß damals nicht ernsthaft genug davon Notiz genommen haben, denn thatsächlich habe ich, ebenfalls schon vor längerer Zeit, meinem Freunde Dr. Ernst Bertram zugesagt, in Elberfeld bei ihm, das heißt bei seiner Mutter die mich durch ihn einladen ließ, zu nehmen. Verzeihen Sie. sehr geehrter Herr Regierungsrat, diese Vergesslichkeit und Verwirrung! Das Arrangement einer solchen Reise (ich besuche 11 Städte) ist ein kompliziertes Ding, und ich war an jene frühe und unpersönliche Vereinbarung nicht mehr erinnert worden. Daß ich von Ihrer gastfreien Anerbietung keinen Gebrauch machen kann, thut meiner Dankbarkeit gewiß keinen Abbruch. Ich hoffe sehr, daß ich in Elberfeld Gelegenheit haben werde, Sie Ihnen persönlich auszudrücken [...]" - Thomas Manns Lesereise führte ihn vom 2. bis 20. November 1920 in besetzte Rheinland und ins Ruhrgebiet, wo er aus dem "Zauberberg" und seinen Novellen las. Die Lesung in Wuppertal-Elberfeld fand am 10. November im Gelben Saal der Stadthalle auf Einladung der literarischen Gesellschaft statt. Verbunden damit war ein Besuch bei der Mutter seines Freundes Ernst Bertram. - Nicht in Reg.
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Andersen, Hans Christian, Schriftsteller (1805-1875).
Eigenhändiges Albumblatt mit Unterschrift Leipzig, Oktober 1860, 23 x 14 cm. 1 Seite. Doppelblatt.
2200 €
3 Zeilen in deutscher Sprache: "Weil ich jung bin, will ich wandern, / Ziehe von einem Ort zum andern; / Jugendsinn giebt mir Vertrau'n." - Die Zeilen entstammen einem Handwerkerlied, das Andersen in seinem Märchen "Etwas" zitiert hat. - Möglicherweise für den Lyriker und Dramatiker Adolf Böttger (1815-1870). - Montiert, kleine Eintragung.3 Zeilen in deutscher Sprache: "Weil ich jung bin, will ich wandern, / Ziehe von einem Ort zum andern; / Jugendsinn giebt mir Vertrau'n." - Die Zeilen entstammen einem Handwerkerlied, das Andersen in seinem Märchen "Etwas" zitiert hat. - Möglicherweise für den Lyriker und Dramatiker Adolf Böttger (1815-1870). - Montiert, kleine Eintragung.
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Wagner – Wagner, Johanne Rosine (geb. Pätz, verh. Geyer), Richard Wagners Mutter (1774-1848).
Eigenhändiger Brief mit Unterschrift „Johanne Geyer“. Leipzig, 25. IV. 1836, Gr.-4° (26 x 21 cm). 1 Seite. Doppelblatt mit Adresse und Siegelrest.
1980 €
An Richard Wagners Jugendfreund, den Schriftsteller Theodor Apel (1811-1867): "Geehrter Herr! Ihre viel gehabte Güte für meinen Sohn Richard, giebt mir Muth zu der Anfrage bey Ihnen, ob Sie wohl die Gefälligkeit haben würden, mir auf mein Wort 50 rth für den Richard zu leihen. Ich verspreche die eine Hälfte Monat Juli und den nächstfolgenden October die zweite Hälfte an Sie mit Dank zurück zu zahlen. Mein Sohn ist jetzt in einer, ich glaube doch noch nie gewesenen Noth, und ich muß suchen zu helfen, jedoch auf meine Weise, nicht wie er sich immer geholfen hat, und so würde ich bitten das Geld mir zukommen zu lassen, von wo aus Sie es auch zurück erhalten werden. Meine Wirthschafts-Casse ist nicht so beschaffen, daß ich diese Summe sogleich auf etwas anderes verwenden könnte. ...
An Richard Wagners Jugendfreund, den Schriftsteller Theodor Apel (1811-1867): "Geehrter Herr! Ihre viel gehabte Güte für meinen Sohn Richard, giebt mir Muth zu der Anfrage bey Ihnen, ob Sie wohl die Gefälligkeit haben würden, mir auf mein Wort 50 rth für den Richard zu leihen. Ich verspreche die eine Hälfte Monat Juli und den nächstfolgenden October die zweite Hälfte an Sie mit Dank zurück zu zahlen. Mein Sohn ist jetzt in einer, ich glaube doch noch nie gewesenen Noth, und ich muß suchen zu helfen, jedoch auf meine Weise, nicht wie er sich immer geholfen hat, und so würde ich bitten das Geld mir zukommen zu lassen, von wo aus Sie es auch zurück erhalten werden. Meine Wirthschafts-Casse ist nicht so beschaffen, daß ich diese Summe sogleich auf etwas anderes verwenden könnte. Sollte es Sie für den Augenblick geniren, so kann es auch mit der Summe acht Tage Anstand haben. Mit Hochachtung unterzeichnet sich Johanne Geyer." - Der 23jährige Richard Wagner war zu dieser Zeit ohne feste Anstellung und hatte in Magdeburg auf Pump gelebt. Seiner "Roten Brieftasche" vertraute er an: "Schulden - Verklagungen ... schlimme Lage." Bereits am 21. Januar 1836 hatte er seinen Freund Apel um 100 Taler Unterstützung gebeten und ihm dafür die Einnahmen aus der zweiten Aufführung seiner Oper "Das Liebesverbot" verpfändet. Jedoch wurde diese zweite Aufführung nach der Uraufführung am 29. März 1836 in Magdeburg spontan abgesetzt, nachdem sich nur drei Zuschauer eingefunden hatten. Der Ausfall der erwarteten Einnahme zwang Wagner zur Flucht vor seinen Magdeburger Gläubigern. - Am Unterrand blasser Stempel. - Restitutionsgegenstand. - Briefe von Wagners Mutter sind von allergrößter Seltenheit.
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Brahms, Johannes, Komponist (1833-1897).
Eigenhändiges Billett mit Unterschrift „JBr“ auf der Rückseite seiner gestochenen Visitenkarte auf Glanzpapier. Ohne Ort und Jahr, ca. 1880, 47 x 83 mm..
1980 €
Einer älteren Bleistiftbeschriftung auf der Vorderseite zufolge an Baron Grunelius, ebenfalls in Bleistift: "Lieber Freund, ich bitte Sie beifolgende Briefe in meinem Namen auf die Stadtbibliothek (heute) zu besorgen. Darf ich? / Ihr JBr" - Da die Visitenkarte keine Adresse anzeigt, wird sie wohl auf Reisen zur Verwendung gekommen sein. Das Bankhaus Grunelius war jedenfalls in Frankfurt ansässig. Da Brahms eng mit Clara Schumann befreundet war, kam er nach deren Umzug 1878 häufig als Gast nach Frankfurt am Main. Als Adressat käme Andreas Adolf von Grunelius (1831-1912) in Betracht.Einer älteren Bleistiftbeschriftung auf der Vorderseite zufolge an Baron Grunelius, ebenfalls in Bleistift: "Lieber Freund, ich bitte Sie beifolgende Briefe in meinem Namen auf die Stadtbibliothek (heute) zu besorgen. Darf ich? / Ihr JBr" - Da die Visitenkarte keine Adresse anzeigt, wird sie wohl auf Reisen zur Verwendung gekommen sein. Das Bankhaus Grunelius war jedenfalls in Frankfurt ansässig. Da Brahms eng mit Clara Schumann befreundet war, kam er nach deren Umzug 1878 häufig als Gast nach Frankfurt am Main. Als Adressat käme Andreas Adolf von Grunelius (1831-1912) in Betracht.
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Redouté, Pierre Josephe, Maler und Grafiker (1759-1840).
Eigenhändiger Brief mit Unterschrift Paris, 12. IX. 1828, 4° (16 x 20 cm). 1 Seite.
1800 €
An Mr. Renorine, den er um die Rechnung für den gelieferten Voltaire bittet, damit er ein Rosenbild im Wert von 1500 Francs damit verrechnen kann: "Fourny à Monsieur Renorine, un exemplaire des Roses forma in folio au prix de quinze cent francs, qui ont été livré en échange et par ordre de publication, en échange d'un solitaire jaune à régler les ouvrages terminés, or donc je vous prie, Monsieur, d'avoir la bonté de faire mon compte pour que nous puissions régler ensemble je suis prêt s'y redoit à vous payer." - Mit älterem Sammlungsumschlag. - Rückseitig Regeste. - Sehr selten.An Mr. Renorine, den er um die Rechnung für den gelieferten Voltaire bittet, damit er ein Rosenbild im Wert von 1500 Francs damit verrechnen kann: "Fourny à Monsieur Renorine, un exemplaire des Roses forma in folio au prix de quinze cent francs, qui ont été livré en échange et par ordre de publication, en échange d'un solitaire jaune à régler les ouvrages terminés, or donc je vous prie, Monsieur, d'avoir la bonté de faire mon compte pour que nous puissions régler ensemble je suis prêt s'y redoit à vous payer." - Mit älterem Sammlungsumschlag. - Rückseitig Regeste. - Sehr selten.
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Field, Eugene, Schriftsteller (1850-1895).
Eigenhändiges Gedichtmanuskript „Little Boy Blue“ (24 Zeilen) mit Unterschrift „Eugene Field“. Chicago, 17. I. 1892, 4°. 2 Seiten. Doppelblatt. Montiert in königsblauer Maroquinmappe mit reicher Deckel- und Innenkantenvergoldung, goldgeprägtem Deckeltitel, farbigen Deckelintarsien und blauem Moiréseidenvorsatz, in königsblauem Maroquin-Schuber. Goldgeprägtes Signet der „Monastery Hill Bindery“ auf Schuber und Vorderdeckel.
1800 €
Hübsches Ensemble, mit besonderer Provenienz: Fields berühmtes Gedicht "Little Boy Blue", von seiner Hand in blauer und roter Tinte mit kalligraphischen Verzierungen niedergeschrieben: "[...] The little toy dog is covered with dust, | But sturdy and stanch he stands; | And the little toy soldier is red with rust | And his musket molds in his hands: | Time was when the little toy dog was new | And the soldier was passing fair, | And that was the time when our Little Boy Blue | Kissed them and put them there [...]". - Das Manuskript ist in eine dekorative Maroquinmappe aus der Chicagoer Monastery Hill Bindery eingebunden, zusammen mit einem gedruckten Doppelblatt "In Memoriam Eugene Field", einem weiteren Gedicht mit drei Notenzeilen von anderer Hand und dem Vermerk von Eugene Fields ...
Hübsches Ensemble, mit besonderer Provenienz: Fields berühmtes Gedicht "Little Boy Blue", von seiner Hand in blauer und roter Tinte mit kalligraphischen Verzierungen niedergeschrieben: "[...] The little toy dog is covered with dust, | But sturdy and stanch he stands; | And the little toy soldier is red with rust | And his musket molds in his hands: | Time was when the little toy dog was new | And the soldier was passing fair, | And that was the time when our Little Boy Blue | Kissed them and put them there [...]". - Das Manuskript ist in eine dekorative Maroquinmappe aus der Chicagoer Monastery Hill Bindery eingebunden, zusammen mit einem gedruckten Doppelblatt "In Memoriam Eugene Field", einem weiteren Gedicht mit drei Notenzeilen von anderer Hand und dem Vermerk von Eugene Fields Sohn: "This original manuscript of 'Little Boy Blue' was presented by my father, Eugene Field, to my mother. This manuscript was her personal copy [...] Eugene Field II. Oct 20 - 1925."
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Field, Eugene, Schriftsteller (1850-1895).
Eigenhändiges Gedichtmanuskript „Japanese Lullaby“ (25 Zeilen) mit Korrekturen und Streichungen. Ohne Ort (Chicago), ca. 1890, Fol. 2 Seiten. Montiert in königsblauer Maroquinmappe mit Deckel- und Innenkantenvergoldung, goldgeprägtem Deckeltitel, farbigen Deckelintarsien und königsblauen Moiréseidenvorsätzen, in königsblauem Maroquinschuber. Das goldgeprägte Signet der „Monastery Hill Bindery“ auf dem Deckel.
1800 €
Niederschrift des beliebten Gedichts in Bleistift auf liniertem Papier, mit eigenhändigen Streichungen, Unterstreichungen und Korrekturen, von der Hand des beliebten "Children's Poet" Eugene Field, angerändert, verso kopfstehend eine handschriftliche Notiz: "This is the original draft of 'The Japanese Lullaby' written by my husband - Eugene Field. Julia S. Field (Mrs. Eugene Field) Jan 8th 1920." - Gebunden in einer sehr dekorativen Maroquinmappe aus der Chicagoer Monastery Hill Bindery, mit interessanten Beigaben, darunter: (1) Eine Porträt-Radierung des Dichters von W. H. W. Bicknell auf aufgewalztem China: (2) gedruckte Fassung des Gedichtes (S. 114 f. aus Fields "Little Book of Western Verse); (3) die Vertonung des Gedichts von Jean B. Stimpson, Druck der Fassung für Klavier ...
Niederschrift des beliebten Gedichts in Bleistift auf liniertem Papier, mit eigenhändigen Streichungen, Unterstreichungen und Korrekturen, von der Hand des beliebten "Children's Poet" Eugene Field, angerändert, verso kopfstehend eine handschriftliche Notiz: "This is the original draft of 'The Japanese Lullaby' written by my husband - Eugene Field. Julia S. Field (Mrs. Eugene Field) Jan 8th 1920." - Gebunden in einer sehr dekorativen Maroquinmappe aus der Chicagoer Monastery Hill Bindery, mit interessanten Beigaben, darunter: (1) Eine Porträt-Radierung des Dichters von W. H. W. Bicknell auf aufgewalztem China: (2) gedruckte Fassung des Gedichtes (S. 114 f. aus Fields "Little Book of Western Verse); (3) die Vertonung des Gedichts von Jean B. Stimpson, Druck der Fassung für Klavier (Boston, Thompson, 1903, 5 S., mit beigebundenem Orig.-Umschlag). - Ein besonders schön gebundenes Ensemble der Druckfassung, der Vertonung und des Originalmanuskriptes eines der bekanntesten Gedichtes des amerikanischen Poeten. Ein Unikat.
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Schlegel, Friedrich von, Schriftsteller (1772-1829).
Eigenhändiger Brief mit Unterschrift „Friedrich Schlegel“. Wien, 25. XI. 1810, 8° (14,5 x 10 cm). 4 Seiten. Doppelblatt.
1750 €
Sehr inhaltsreicher Brief an den Altertumsforscher Johann Gustav Gottlieb Büsching (1783-1829) in Berlin über die Möglichkeiten der Zusammenarbeit: "[...] ich muß wegen meiner so lange verspäteten Antwort sehr auf Ihre Nachsicht rechnen. Denn selbst die Kränklichkeit die mir fast den ganzen Sommer geraubt, entschuldigt mich in meinen eigenen Augen nicht ganz. Ich hoffe, unser vortrefflicher Wolf hat Ihnen wenigstens gesagt, welch lebhaften Antheil ich an allen Ihren würdigen litter[arischen] Unternehmungen nehme. Von dem Pantheon habe ich viel Gutes gehört und die Einladung dazu konnte mir nicht anders als sehr angenehm seyn. Auch dieß hat meine Antwort noch mehr verzögert, daß ich immer hoffte etwas dafür schicken und auf diese Weise meine Schuld wieder gut machen zu können. ...
Sehr inhaltsreicher Brief an den Altertumsforscher Johann Gustav Gottlieb Büsching (1783-1829) in Berlin über die Möglichkeiten der Zusammenarbeit: "[...] ich muß wegen meiner so lange verspäteten Antwort sehr auf Ihre Nachsicht rechnen. Denn selbst die Kränklichkeit die mir fast den ganzen Sommer geraubt, entschuldigt mich in meinen eigenen Augen nicht ganz. Ich hoffe, unser vortrefflicher Wolf hat Ihnen wenigstens gesagt, welch lebhaften Antheil ich an allen Ihren würdigen litter[arischen] Unternehmungen nehme. Von dem Pantheon habe ich viel Gutes gehört und die Einladung dazu konnte mir nicht anders als sehr angenehm seyn. Auch dieß hat meine Antwort noch mehr verzögert, daß ich immer hoffte etwas dafür schicken und auf diese Weise meine Schuld wieder gut machen zu können. Jene Kränklichkeit ist die einzige Ursache, daß ich in allen Arbeiten so zurückgekommen und kaum das Nothdringendste des Augenblicks habe beisteuern können. Daß ich selbst den literar[ischen] Theil des österr[eichischen] Beobachters redigire, würde wenn ich sonst ganz gesund und heiter gestimmt wäre, kein Hinderniß sein, denn manches Ausführlichere und mehr bloß für den literar[ischen] Theil der Leser Bestimmte würde vielleicht besser in Ihre Zeitschrift passen als in diese Zeitung, die für das größere und gemischte Publikum bestimmt ist. Hätten Sie nur veranlaßt daß ich das Pantheon zu sehen bekommen hätte, so würde ich das meinige gewiß beigetragen haben, es hier bekannt zu machen! Sie glauben nicht, wie spät man solche Sache ohne besondere Veranstaltung hier erhält. Doch würde, was ich Ihnen anzubieten hätte, viell[eicht] besser für das Altdeutsche Museum passen; z.B. einiges über provençalische Sylbenmaße mit Rücksicht auf altdeutsche Poesie. Wir könnten in dieser Hinsicht vielleicht eine Art von Tausch treffen, wenn Sie mir dagegen etwas für den österr[eichischen] Beobachter geben wollten. Ich wünschte grade in Berlin einen fortgehenden Correspondenten dafür zu haben, für alles merkwürdige Literarische was dort geschieht u. erscheint, besonders aber für altdeutsche Literatur; denn das letzte würde mir in jeder Rücksicht das wichtigste sein. Wenn Sie sich dazu entschließen könnten, so geht meine Bitte wie sich versteht, zugleich an H. von Hagen. Auch Wolf bitte ich nebst den herzlichsten Grüßen an sein gütiges Versprechen für unseren Beobachter zu erinnern. Hat er selbst nicht Zeit, so könnte er doch einen oder den andern von den Seinigen aufmuntern, dies löbliche Werk statt seiner zu erfüllen. Ich wünschte aus vielen Ursachen, grade jetzt eine lebhafte literarische Mittheilung zwischen Berlin und Wien zu unterhalten und zu veranlassen. Wenn Sie Ihr zweites Sendschreiben über den Titurell mit einem Andenken an mich begleitet haben, so kann mir dies nicht anders als sehr schmeichelhaft seyn. Möchte ich nur erst freie Muße genug gewinnen, um durch thätige Beförderung altdeutscher Poesie und Literatur eine Auszeichnung dieser Art zu verdienen! Meine Wünsche sind ganz auf dieses Ziel gerichtet, und nur die Zeit betrachte ich ganz als die meinige, die ich der Poesie u. zwar der deutschen widmen kann. Docens Bruchstück des Titurell ist höchst merkwürdig; und seine Art der Behandlung desselben gefällt mir über den Ausdruck wohl, er deutet mich wahrhaft classisch. - F[ouqué]s Sigurd ist mir von aller neuen Poesie seit der Genoveva [von Ludwig Tieck] das liebste und erfreulichste, auch meine eigne poetische Stimme in der Wüste nicht ausgenommen. Daß auf den Jahrmärkten von derselben keine Erwähnung geschieht, ist leider aus einem sehr allgemeinen und nicht eben ehrenvollen Grunde begreiflich. Und eben weil es ein Grund dieser Art ist, würde es mich freuen, wenn einer aus Ihrem Kreise einmal ein Wort darüber sagte. Was polit[isch] anstößig sein könnte, läßt sich ja leicht umgehen. Von Collin und Hammer [-Purgstall] dürfen Sie vieler Geschäfte halber für das Panth[eon] nichts erwarten, Stoll ist in Paris; an Frischen habe ich Ihren Auftrag bestellt, doch kenne ich diesen nur wenig [...]" - Die erwähnten Zeitschriften sind "Pantheon, eine Zeitschrift für Wissenschaft und Kunst", hrsg. von Büsching und Karl Ludwig Kannegiesser (1781-1864), 3 Bde. (1810) und "Museum für altdeutsche Literatur und Kunst", hrsg. von Büsching, Friedrich Heinrich von der Hagen (1780-1856), Bernhard Joseph Docen (1782-1828) und Bernhard Hundeshagen (1784-1858), 2 Bde. (1809-11); der "Oesterreichische Beobachter" erschien vom 2. März 1810 bis in Jahr 1848. - Die erwähnten Personen sind Friedrich August Wolf (1759-1824), Heinrich Joseph von Collin (1771-1811) und Joseph von Hammer (-Purgstall; 1774-1856), die Bücher B. J. Docen, "Erstes Sendschreiben über den Titurel: enthaltend die Fragmente einer vor-Eschenbachischen Bearbeitung des Titurel" (1810; die geplante Fortsetzung Büschings erschien nicht), F. H. de La Motte-Fouqué, "Sigurd, der Schlangentöter" (1808) und L. Tieck " Leben und Tod der heiligen Genoveva" (1800). - Stark gekürzter Druck in Auszügen: F. Schlegel, Kritische Ausgabe, Bd. 27 (2025), Nr. 361, Seite 433 (nach einem Auktionskatalog). - Schlegel wurde wegen seiner konservativen Haltung von den Organen der jüngeren Romantiker totgeschwiegen. - Schön erhalten.
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Hiller, Kurt, Schriftsteller (1885-1972).
Eigenhändiges Gedichtmanuskript (28 Zeilen) mit Unterschrift Berlin, 1909, Gr.-8° (25,5 x 17 cm). 1 1/2 Seiten.
1750 €
"Ritt nach dem Süden || Weil du dieser müden Wolken | Und der trüben mühevollen | Menschen, die der Sollen grollen, | Lange schon bist überdrüssig - : || Darum lass mich nach den weissen, | Mähnenschweren Pferden rufen, | Nach den starken schneebeschweiften | Mit den haarbehangnen Hufen. [...] Wollen ziehn von Stadt zu Städten, | Fremdlinge und ohne Melder, | Lachens auf der Rosse Rücken | Durch die gelben Ginsterwälder." - Dieses frühexpressionistische Gedicht ist erstmals in der von Hiller herausgegebenen Anthologie "Der Kondor" (Heidelberg, Eichard Weissbach, 1912) erschienen. Kurt Hiller hatte 1909 in Berlin mit einem Kreis literaturinteressierter Studenten den literaturgeschichtlich bedeutenden Neuen Club gegründet hatte. Dieser war 1910/11 offizieller Veranstalter ...
"Ritt nach dem Süden || Weil du dieser müden Wolken | Und der trüben mühevollen | Menschen, die der Sollen grollen, | Lange schon bist überdrüssig - : || Darum lass mich nach den weissen, | Mähnenschweren Pferden rufen, | Nach den starken schneebeschweiften | Mit den haarbehangnen Hufen. [...] Wollen ziehn von Stadt zu Städten, | Fremdlinge und ohne Melder, | Lachens auf der Rosse Rücken | Durch die gelben Ginsterwälder." - Dieses frühexpressionistische Gedicht ist erstmals in der von Hiller herausgegebenen Anthologie "Der Kondor" (Heidelberg, Eichard Weissbach, 1912) erschienen. Kurt Hiller hatte 1909 in Berlin mit einem Kreis literaturinteressierter Studenten den literaturgeschichtlich bedeutenden Neuen Club gegründet hatte. Dieser war 1910/11 offizieller Veranstalter öffentlicher, von Tilla Durieux, Else Lasker-Schüler u. a. unterstützter Vortragsabende unter der Bezeichnung "Neopathetisches Cabaret". 1911 gründete Hiller mit Ernst Blass das Konkurrenzkabarett "GNU". - Unsere auf 1909 datierte Reinschrift entstand möglichweise etwas später. - Kleine Falt- und Knitterspuren. - Gedichtmanuskripte Hillers, gar so frühe, sind sehr selten.
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Grieg, Edvard, Komponist (1843-1907).
Eigenhändiger Brief mit Unterschrift „Edvard Grieg“. Kristiania (heute Oslo), „Hotel Westminster“, 27. III. 1906, Gr.-8° (18 x 11,5 cm). 3 Seiten. Doppelblatt.
1750 €
An den Verleger und Konzertagenten Franz August Urbanek (1842-1919) in Prag: "[...] Es sind in Ihrem Brief [...] zwei Fragen, welche ich sofort zu beantworten wünsche. Die erste Frage gilt den lyrischen Stücken. Sie möchten diese von mir selbst ausgeführt hören. In einem Orchester-Koncert aber, das ich zu dirigieren habe, ist es mir aus Gesundheitsrücksichten unmöglich, als Solist aufzutreten. Die zweite Frage handelt sich um meine Bedingungen, die meiner Ansicht nach so moderat gestellt sind wie man es, wenn man die weite Reise mit meiner Frau in Betracht zieht, nur verlangen kann. In Warschau bezahlt man mir 2000 Mark per Koncert nebst Aufenthalt und Reise von Berlin bis Warschau Retour. In London zahlt man 100 Pfund Sterling per Koncert. Überhaupt, sollte Mitte April zu spät ...
An den Verleger und Konzertagenten Franz August Urbanek (1842-1919) in Prag: "[...] Es sind in Ihrem Brief [...] zwei Fragen, welche ich sofort zu beantworten wünsche. Die erste Frage gilt den lyrischen Stücken. Sie möchten diese von mir selbst ausgeführt hören. In einem Orchester-Koncert aber, das ich zu dirigieren habe, ist es mir aus Gesundheitsrücksichten unmöglich, als Solist aufzutreten. Die zweite Frage handelt sich um meine Bedingungen, die meiner Ansicht nach so moderat gestellt sind wie man es, wenn man die weite Reise mit meiner Frau in Betracht zieht, nur verlangen kann. In Warschau bezahlt man mir 2000 Mark per Koncert nebst Aufenthalt und Reise von Berlin bis Warschau Retour. In London zahlt man 100 Pfund Sterling per Koncert. Überhaupt, sollte Mitte April zu spät sein, um ein volles Haus erzielen zu können, verzichte ich lieber darauf, in dieser Saison Prag zu besuchen. Ich hoffe, dass Sie Herrn Karl Nissen geschrieben haben und dass mein Programm leicht durchzuführen ist. Es ist meine Absicht am 3. April von hier zu gehen [...] Nach einigen Tagen [in Berlin], etwa 7., gehe ich nach Leipzig [...] Eine junge Sängerin in Berlin, die meine Lieder schön singt, ist Fräulein Lola Artot-Padilla [...]"
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Mann, Thomas, Schriftsteller und Nobelpreisträger (1875-1955).
Eigenh. Postkarte mit Unterschrift „Thomas Mann“. München, 14 .IV. 1927, 1 Seite. Mit Adresse und gedrucktem Briefkopf „Dr. Thomas Mann München Poschingerstr. 1“.
1750 €
An den Thomas-Mann-Forscher Gerhard Jacob in München: "[...] es wird das Beste sein, wenn Sie selbst von Zeit zu Zeit einmal kommen und in der Truhe nach dem Rechten sehen. Sehr viel Neues kann sich ja noch nicht angesammelt haben. Telephonieren Sie vorher! Auf Ihre Arbeit freue ich mich [...]" - Jacob veröffentlichte 1926 im S. Fischer Verlag "Das Werk Thomas Manns. Bibliographie". Im selben Jahr erschien seine Dissertation "Thomas Mann und Nietzsche: Zum Problem der Décadence". - Nicht in Reg.An den Thomas-Mann-Forscher Gerhard Jacob in München: "[...] es wird das Beste sein, wenn Sie selbst von Zeit zu Zeit einmal kommen und in der Truhe nach dem Rechten sehen. Sehr viel Neues kann sich ja noch nicht angesammelt haben. Telephonieren Sie vorher! Auf Ihre Arbeit freue ich mich [...]" - Jacob veröffentlichte 1926 im S. Fischer Verlag "Das Werk Thomas Manns. Bibliographie". Im selben Jahr erschien seine Dissertation "Thomas Mann und Nietzsche: Zum Problem der Décadence". - Nicht in Reg.
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Hiller, Ferdinand von, Komponist und Dirigent (1811-1885).
Vollständiges eigenh. Musikmanuskript mit Unterschrift Ohne Ort, Mai 1882, Gr.-Fol. (34 x 27 cm). 6 Seiten. Doppelblatt und Einzelblatt.
1600 €
"Der Herr ist in seinem heiligen Tempel, es sei vor ihm stille alle Welt [...]" (Habakuk 2,20 nach dem Text der Luther-Bibel). Chorsatz für vierstimmigen gemischten Chor in Partiturschreibweise, Vortragsbezeichnung Andante. - Bisher unbekanntes Werk von Hiller ohne Opuszahl. - Schönes Musikmanuskript. - Kleine Einrisse in der horizontalen Mittel-Knickfalte. - Musikmanuskripte Hillers sind sehr selten."Der Herr ist in seinem heiligen Tempel, es sei vor ihm stille alle Welt [...]" (Habakuk 2,20 nach dem Text der Luther-Bibel). Chorsatz für vierstimmigen gemischten Chor in Partiturschreibweise, Vortragsbezeichnung Andante. - Bisher unbekanntes Werk von Hiller ohne Opuszahl. - Schönes Musikmanuskript. - Kleine Einrisse in der horizontalen Mittel-Knickfalte. - Musikmanuskripte Hillers sind sehr selten.
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Bernhard, Thomas, Schriftsteller (1931-1989).
Das Kalkwerk. Roman. Frankfurt am Main, Suhrkamp, 1970, 8°. 269 Seiten. OPp. mit Original-Umschlag.
1600 €
Erste Ausgabe, Vorsatzblatt mit eigenh. Widmung und U. des Verfassers: "Für Franz Braumann herzlich, Köstendorf 24.4.71" - Der Schriftsteller Franz Braumann (1910-2003) erhielt 1967 den Georg-Trakl-Preis der Stadt Salzburg. Er lebte in Köstendorf, wo es heute einen "Franz Braumann-Literaturpfad" gibt. Ein Gedicht von Bernhards Lyrikband "Auf der Erde und in der Hölle" (1957) beginnt: "Mein Urgroßvater war Schmalzhändler | und heute | kennt ihn noch jeder | zwischen Henndorf und Thalgau, | Seekirchen und Köstendorf". - Wilpert-G. 16. Dittmar 51. - Widmungsexemplare (vor Fälschungen wird gewarnt) von Thomas Bernhard sind sehr selten und gesucht. - sehr gut erhalten.Erste Ausgabe, Vorsatzblatt mit eigenh. Widmung und U. des Verfassers: "Für Franz Braumann herzlich, Köstendorf 24.4.71" - Der Schriftsteller Franz Braumann (1910-2003) erhielt 1967 den Georg-Trakl-Preis der Stadt Salzburg. Er lebte in Köstendorf, wo es heute einen "Franz Braumann-Literaturpfad" gibt. Ein Gedicht von Bernhards Lyrikband "Auf der Erde und in der Hölle" (1957) beginnt: "Mein Urgroßvater war Schmalzhändler | und heute | kennt ihn noch jeder | zwischen Henndorf und Thalgau, | Seekirchen und Köstendorf". - Wilpert-G. 16. Dittmar 51. - Widmungsexemplare (vor Fälschungen wird gewarnt) von Thomas Bernhard sind sehr selten und gesucht. - sehr gut erhalten.
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Blum, Robert, Politiker; Führer der „Linken“ in der Frankfurter Nationalversammlung (1807-1848).
3 eigenhändige Briefe mit Unterschrift „Blum“. Ohne Ort [Leipzig], 28. X. bis 9. XI. 1843, Gr.-4° (27 x 21,5 cm; 1) und 8°. Zus. 3 Seiten. Die Quartbrief mit rückseitiger Adresse.
1600 €
An der Schriftsteller Theodor Apel (1811-1867) in Leipzig. Robert Blum ging 1832 als Theatersekretär, Bibliothekar und Kassenassistent mit dem Direktor Friedrich Sebald Ringelhardt von Köln nach Leipzig und bereitete 1843 am dortigen Theater eine Feier zu Schillers Geburtstag am 10. November vor, zu welcher Apel "Philemon und Baucis. Festspiel mit Gesang, Pause, Pro- und Epilog" (1843, ungedruckt, Jacob 1/244, 4) lieferte. - I. (28. X. 1843) "[...] Sie sind ein Deutscher und können und dürfen es also nicht befremdend finden, wenn man die Freiheit, die man Ihnen gestern gab, heute zurück nimmt. So nehme ich denn einen Theil der Freiheit, die ich Ihnen gestern hinsichtlich des Pro- und Epilogs gelassen, auch heute zurück, indem ich Ihnen mitteile, daß der Prolog von Herrn Reger, der ...
An der Schriftsteller Theodor Apel (1811-1867) in Leipzig. Robert Blum ging 1832 als Theatersekretär, Bibliothekar und Kassenassistent mit dem Direktor Friedrich Sebald Ringelhardt von Köln nach Leipzig und bereitete 1843 am dortigen Theater eine Feier zu Schillers Geburtstag am 10. November vor, zu welcher Apel "Philemon und Baucis. Festspiel mit Gesang, Pause, Pro- und Epilog" (1843, ungedruckt, Jacob 1/244, 4) lieferte. - I. (28. X. 1843) "[...] Sie sind ein Deutscher und können und dürfen es also nicht befremdend finden, wenn man die Freiheit, die man Ihnen gestern gab, heute zurück nimmt. So nehme ich denn einen Theil der Freiheit, die ich Ihnen gestern hinsichtlich des Pro- und Epilogs gelassen, auch heute zurück, indem ich Ihnen mitteile, daß der Prolog von Herrn Reger, der Epilog von Madame Dessoir gesprochen werden muß, weil Madame Dessoir sich während der einen Scene aus den 'Räubern' nicht umziehen kann. So hängt das Schicksal eines armen Dichters zuletzt an einem - Weiberrock! Zugleich erlaube ich mir [...] Sie darauf aufmerksam zu machen, daß Director Ringelhardt die Statue Schillers, wie sie in Stuttgart aufgestellt ist, malen lassen will, um sie am Schlusse des Epilogs [...] von Genien mit Emblemen und Kränzen umgeben, erscheinen zu lassen [...] Da es beim Schillerfeste im Theater gewöhnlich sehr voll wird, so erlaube ich mir bei Zeiten die ergebenste Anfrage: von welchem Platze aus Sie am liebsten der Vorstellung beiwohnen? [...]" - II. (2. XI. 1843) "[...] Gestatten Sie mir, Ihnen in zwei Zeilen zu sagen, daß Ihr Prolog und Epilog ganz vortrefflich sind und ihre Wirkung nicht verfehlen werden. Sehr gerne würde ich Sie mit Herrn Reger bekannt gemacht haben, wenn es möglich wäre. Aber derselbe gastiert dieser Tage in Dresden und muß dort den Prolog lernen. Auch war es ihm nach seiner Erklärung - ganz 'an und recht'. Mad. Dessoir hat den Epilog noch nicht, da eine Abschrift bei meinem Collegen umgeht, die andere der Censur vorliegt. Wollen Sie mit dieser wegen dem Epilog sprechen, so stehe ich sehr gerne zu Dienst, wenn es Ihnen gefällig ist. Die Billets werde ich Ihnen pünktlich besorgen [...]" Die erwähnten Leipziger Schauspieler sind Philipp Salomon Reger (1804-1857) und Therese Dessoir (geb. Reimann; 1810-1866). - III. (9. XI. 1843) "Hier, geehrtester Herr, die 6 Billets, welche Sie hoffentlich von der Direction freundlichst annehmen werden [...]" - Robert Blum initiierte groß angelegte jährliche Schillerfeiern in Leipzig. Am 24. X. 1842 gründete er einen Schiller-Verein, da Schiller, der "Freiheitsideologe" (Thomas Mann), ein zentraler Bezugspunkt für alle demokratischen Hoffnungen und politischen Bestrebungen der Vormärzzeit war. Teilw. mit kleinen Randschäden.
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Wilhelm II.,, Deutscher Kaiser, hier noch als Kronprinz (1859-1941).
Eigenhändiger Brief mit Unterschrift „Wilhelm Prinz von Preußen“. Potsdam, 21. XI. 1887, Gr.-Fol. (33 x 21 cm). 3 Seiten. Doppelblatt, halbbrüchig beschriftet. Briefkopf “Garde-Corps […] Garde-Husaren-Regiment“.
1500 €
Wichtiges Schreiben als Kommandeur des Garde-Husaren-Regiments ''streng vertraulich'' an Feldmarschall Graf Moltke - ''den ältesten Berather meines theuren Großvaters, sowie [...] den ältesten Freund meines geliebten Vaters'' -, dem er eine eigene Denkschrift über das ''wichtige Verhältniß der 3 Hauptorgane des gesammten Heereswesens - Generalstab, Kriegsministerium, Militairkabinett - zu einander und zu dem Monarchen'' mit der Bitte um seinen Rat übersendet: ''[...] Da ich durch das unselige Leiden meines Herren Vaters plötzlich in reichbare Nähe der Regierungsgeschäfte gerückt bin, und mir außerdem Seine Majestät durch A. Cab. Or. die vorläufige Stellvertretung übertragen, so habe ich mich verpflichtet gefühlt längst von mir gemachte Beobachtungen und gehegte Gedanken ...
Wichtiges Schreiben als Kommandeur des Garde-Husaren-Regiments ''streng vertraulich'' an Feldmarschall Graf Moltke - ''den ältesten Berather meines theuren Großvaters, sowie [...] den ältesten Freund meines geliebten Vaters'' -, dem er eine eigene Denkschrift über das ''wichtige Verhältniß der 3 Hauptorgane des gesammten Heereswesens - Generalstab, Kriegsministerium, Militairkabinett - zu einander und zu dem Monarchen'' mit der Bitte um seinen Rat übersendet: ''[...] Da ich durch das unselige Leiden meines Herren Vaters plötzlich in reichbare Nähe der Regierungsgeschäfte gerückt bin, und mir außerdem Seine Majestät durch A. Cab. Or. die vorläufige Stellvertretung übertragen, so habe ich mich verpflichtet gefühlt längst von mir gemachte Beobachtungen und gehegte Gedanken zu Papier zu bringen [...] Sollte mir der Himmel bestimmen einst die Regierung zu übernehmen, so würde ich die in der Schrift niedergelegten Gedanken [...] in Form einer Ordre an die 3 genannten Behörden erlassen [...]'' - Sieben Monate vor seinem Regierungsantritt (15. Juni 1888) geschrieben. - Kleine Einrisse.
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Webern. Anton von, Komponist (1883-1945).
Eigenh. Postkarte mit Unterschrift „Webern“. Maria Enzensdorf bei Wien, 22. II. 1938, 1 Seite. Mit Adresse.
1500 €
An den Kapellmeister Rudolf Weirich (1886-1963) in Wien wegen Rundfunkaufnahmen: "Lieber Herr Dr. Weirich, ich bin gern bereit, Sie am Freitag von 19h25 - 22h10 zu vertreten und bitte Sie (Ihrem Vorschlag folgend), dafür am Samstag die Sendungen von 19h25 - Schluß - es sind nur 2, die für uns in Betracht kommen - für mich zu übernehmen [...]" - Weirich studierte 1904-10 bei Arnold Schönberg Komposition. 1930-39 war er Mitarbeiter beim Sender Wien der 1924 gegründeten ersten österreichische Rundfunkgesellschaft "RAVAG". Webern selbst war seit 1927 als Dirigent der Rundfunkkonzerte und seit 1930 als Fachberater, Lektor und Zensor bei der RAVAG tätig.An den Kapellmeister Rudolf Weirich (1886-1963) in Wien wegen Rundfunkaufnahmen: "Lieber Herr Dr. Weirich, ich bin gern bereit, Sie am Freitag von 19h25 - 22h10 zu vertreten und bitte Sie (Ihrem Vorschlag folgend), dafür am Samstag die Sendungen von 19h25 - Schluß - es sind nur 2, die für uns in Betracht kommen - für mich zu übernehmen [...]" - Weirich studierte 1904-10 bei Arnold Schönberg Komposition. 1930-39 war er Mitarbeiter beim Sender Wien der 1924 gegründeten ersten österreichische Rundfunkgesellschaft "RAVAG". Webern selbst war seit 1927 als Dirigent der Rundfunkkonzerte und seit 1930 als Fachberater, Lektor und Zensor bei der RAVAG tätig.
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Goethe-Kreis – Kestner, Charlotte, geb. Buff, Freundin Goethes, das Vorbild zur „Lotte“ in „Werthers Leiden“ (1753-1828).
Eigenhändiger Brief mit Unterschrift „Charlotte Kestner“. Hannover, 27. X. 1826, 4° (24,5 x 20,5 cm). 1 Seite. Doppelblatt mit Adresse und Siegelrest.
1500 €
Dekorativer Brief an die Witwe von Oberamtmann Johann Georg Partz (1734-1820), wegen Verpachtung ihres Gartens: "Gestern habe ich die Geheim Cabinets-Räthin [...] abermals wegen unserm Garten gesprochen und sie hat mir auf die freundlichste Weise mein ihr gegebenes Wort zurück gegeben. Ich kann also meine liebe Frau Oberamtmannin mit ruhigem Herzen, und gewiss mit großer Freude Ihnen den Garten, nach Ihrem Wunsch unter den Bedingungen, wie der Fr. G. C. R. [...] überlassen. Der liebe Gott, lasse Sie in Gesundheit, und bei gutem Wetter schöhne Luft, und die Gesellschaft Ihrer Kinder, Enkel und Urenkel genießen, und mir erlauben Sie, Ihnen zuweilen meinen Besuch machen zu dürfen und mich zu erfreuen wenn es Ihnen wohlgeht und auf dem Garten gefällt [...]" - Der legendäre Garten ...
Dekorativer Brief an die Witwe von Oberamtmann Johann Georg Partz (1734-1820), wegen Verpachtung ihres Gartens: "Gestern habe ich die Geheim Cabinets-Räthin [...] abermals wegen unserm Garten gesprochen und sie hat mir auf die freundlichste Weise mein ihr gegebenes Wort zurück gegeben. Ich kann also meine liebe Frau Oberamtmannin mit ruhigem Herzen, und gewiss mit großer Freude Ihnen den Garten, nach Ihrem Wunsch unter den Bedingungen, wie der Fr. G. C. R. [...] überlassen. Der liebe Gott, lasse Sie in Gesundheit, und bei gutem Wetter schöhne Luft, und die Gesellschaft Ihrer Kinder, Enkel und Urenkel genießen, und mir erlauben Sie, Ihnen zuweilen meinen Besuch machen zu dürfen und mich zu erfreuen wenn es Ihnen wohlgeht und auf dem Garten gefällt [...]" - Der legendäre Garten und das Gartenhaus der Familie Kestner lagen zwischen der heutigen Kestnerstraße der heutigen Lavesstraße 56. - Charlotte wurde 1768 verlobt, heiratete aber erst am 4. April 1773 den kurhannoverschen Legationssekretär Johann Christian Kestner. Goethe lernte seine "Lotte" auf einem Tanzfest kennen: Am 9. Juni 1772 veranstaltete Goethes Wetzlarer Großtante Lange einen Ball im Jägerhaus. Zu diesem Ball sollte Goethe Charlotte Buff abholen. Lotte bezauberte ihn sowohl durch ihre äußerliche Erscheinung als auch durch ihre offene Art. Wie im "Werther" beschrieben, tanzte er den ganzen Abend mit ihr, und es imponierte ihm sehr, wie Lotte die Festgesellschaft während des Gewitters mit einem Spiel ablenkte. Am Tag darauf fand die "reizende Szene" im Hause Buff in Wetzlar statt, die Goethe so begeisterte. Als dieser wieder auf den Deutschordenshof kam, war Lotte gerade dabei, ihren Geschwistern das Brot zu schneiden. - Selten.
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Friedrich III. (als Kronprinz Friedrich Wilhelm), Deutscher Kaiser, König von Preußen (1831-1888).
Schriftstück mit eigenhändiger Unterschrift „Friedrich R[ex]“. Charlottenburg, 8. V. 1888, 4° (27 x 21 cm). 1 Seite. Doppelblatt.
1500 €
An den Generalleutnant Alexander von Kameke (1825-1892), Kommandant von Stettin: "Ich bewillige Ihnen auf Ihr Gesuch vom 29. April c[urrente] hierdurch den Abschied mit der gesetzlichen Pension und stelle Sie zugleich, in gnädiger und dankender Anerkennung Ihrer langjährigen treuen und guten Dienste mit Ihrer Pension zur Disposition [...]" - Sehr selten aus seiner Zeit als Kaiser, da Friedrich III. bekanntlich nur vom 9. März bis zu seinem Tod am 15. Juni 99 Tage lang amtieren konnte. - Kameke "wurde am 3. August 1886 Kommandant von Stettin und erhielt in dieser Eigenschaft am 22. März 1887 den Charakter als Generalleutnant. Am 17. September 1887 wurde ihm das Patent zu seinem Dienstgrad verliehen. In Genehmigung seines Abschiedsgesuches wurde Kameke am 8. Mai 1888 mit der ...
An den Generalleutnant Alexander von Kameke (1825-1892), Kommandant von Stettin: "Ich bewillige Ihnen auf Ihr Gesuch vom 29. April c[urrente] hierdurch den Abschied mit der gesetzlichen Pension und stelle Sie zugleich, in gnädiger und dankender Anerkennung Ihrer langjährigen treuen und guten Dienste mit Ihrer Pension zur Disposition [...]" - Sehr selten aus seiner Zeit als Kaiser, da Friedrich III. bekanntlich nur vom 9. März bis zu seinem Tod am 15. Juni 99 Tage lang amtieren konnte. - Kameke "wurde am 3. August 1886 Kommandant von Stettin und erhielt in dieser Eigenschaft am 22. März 1887 den Charakter als Generalleutnant. Am 17. September 1887 wurde ihm das Patent zu seinem Dienstgrad verliehen. In Genehmigung seines Abschiedsgesuches wurde Kameke am 8. Mai 1888 mit der gesetzlichen Pension zur Disposition gestellt" (Wikipedia).
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Flaubert, Gustave, Schriftsteller (1821-1880).
Eigenhändiger Brief mit Unterschrift „Gve Flaubert“. Ohne Ort und Jahr [Croisset, ca. 25. VII. 1862], 8°. 1 Seite. Blau getöntes Papier.
1500 €
Hübscher, typischer Brief an den Schriftsteller Armand Renaud (1836-1895), über dessen Buch "La Griffe rose", die Geschichte eines jungen Mannes: "[...] c'est une charmante & courte histoire! - trop courte, peut-être? Car il y avait là, selon moi, matière à un grand livre. Mais avec un pareil défaut on est sauvé & c'est ce qui vous advient. Cela d'un bout à l'autre est amusant, émouvant, distingué. J'aime votre Simplice, votre Rosez & votre Alix, si humaine à la fin. Il y a dans l'ensemble de cette oeuvre ou plutôt dans le dessous je ne sais quoi d'âcre & d'intense qui en fait le charme & l'originalité. Continuez! donnez-nous en de pareilles et recevez tous les applaudissements [...]" - Correspondance (Pléiade), Bd. III, S. 233.Hübscher, typischer Brief an den Schriftsteller Armand Renaud (1836-1895), über dessen Buch "La Griffe rose", die Geschichte eines jungen Mannes: "[...] c'est une charmante & courte histoire! - trop courte, peut-être? Car il y avait là, selon moi, matière à un grand livre. Mais avec un pareil défaut on est sauvé & c'est ce qui vous advient. Cela d'un bout à l'autre est amusant, émouvant, distingué. J'aime votre Simplice, votre Rosez & votre Alix, si humaine à la fin. Il y a dans l'ensemble de cette oeuvre ou plutôt dans le dessous je ne sais quoi d'âcre & d'intense qui en fait le charme & l'originalité. Continuez! donnez-nous en de pareilles et recevez tous les applaudissements [...]" - Correspondance (Pléiade), Bd. III, S. 233.
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Bernhard, Thomas, Schriftsteller (1931-1989).
An der Baumgrenze. Erzählungen. Zeichnungen Anton Lehmden. Salzburg, Residenz-Verlag, 1969, 8°. Mit zahlreichen Illustrationen von Anton Lehmden. 94 Seiten. OPp. mit Original-Umschlag (dieser mit minimalen Randläsuren).
1500 €
Erste Ausgabe, Vorsatzblatt mit eigenh. Widmung und U. des Verfassers: "Für Christine herzlich Nathal 25. 4. 1969". - Bei der Empfängerin der Widmung dürfte es sich um die Lyrikerin Christine Lavant (1915-1973) handeln. Thomas Bernhard, nicht gerade bekannt für kollegiale Zuneigung, schätzte ihre Gedichte und gab 1987, vierzehn Jahre nach Lavants Tod, eine Auswahl in der Bibliothek Suhrkamp heraus. In einem Brief charakterisierte er sie so: "Die Lavant war eine völlig ungeistige, sehr gescheite, durchtriebene. Sie wohnte auf der Betondecke eines Supermarktes an einer Straßenkreuzung in Wolfsberg und tippte ihre Gedichte gleich in die Maschine. Das ist für mich großartiger als das verlogene Weltfremdmärchen mit katholischer Talschlussromantik, das gottbefohlene, das um sie bis ...
Erste Ausgabe, Vorsatzblatt mit eigenh. Widmung und U. des Verfassers: "Für Christine herzlich Nathal 25. 4. 1969". - Bei der Empfängerin der Widmung dürfte es sich um die Lyrikerin Christine Lavant (1915-1973) handeln. Thomas Bernhard, nicht gerade bekannt für kollegiale Zuneigung, schätzte ihre Gedichte und gab 1987, vierzehn Jahre nach Lavants Tod, eine Auswahl in der Bibliothek Suhrkamp heraus. In einem Brief charakterisierte er sie so: "Die Lavant war eine völlig ungeistige, sehr gescheite, durchtriebene. Sie wohnte auf der Betondecke eines Supermarktes an einer Straßenkreuzung in Wolfsberg und tippte ihre Gedichte gleich in die Maschine. Das ist für mich großartiger als das verlogene Weltfremdmärchen mit katholischer Talschlussromantik, das gottbefohlene, das um sie bis heute immer verbreitet worden ist." - Wilpert-G. 12. Dittmar 44. - Widmungsexemplare (vor Fälschungen wird gewarnt) von Thomas Bernhard sind sehr selten und gesucht.
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Benn, Gottfried, Schriftsteller (1886-1956).
Eigenhändiger Brief mit Unterschrift „Benn“. Ohne Ort (Berlin), 9. VII. 1933, 8° (14,7 x 10,5 cm). 2 Seiten. Briefkopf „Dr. med. Gottfried Benn“. Kartonpapier.
1500 €
An die Journalistin Käthe von Porada (1891-1985). Der dritte Brief der Folge: "Vielen Dank für Ihre freundlichen Zeilen. Bin sehr froh, daß Sie gut zu Hause angekommen sind. Vielleicht rufe ich [Max] Beckmann an, würde gerne jemanden sehn, der Sie kennt, den Sie so gernhaben, bin aber nicht sehr erpicht auf neue Menschen, gehe ja nirgends hin. Denke oft an Sie, gnädige Frau, werfe oft einen Blick in Ihr Gesicht, kürzlich fiel mir ein, dass ich garnicht wusste, was für Schuhe Sie eigentlich trugen, sonst weiss ich alles. - Eine meiner Lieblingsstellen von mir ist jenes Sopransolo im 1. Teil des Oratoriums ["Das Unaufhörliche", vertont von Paul Hindemith 1931]: 'wenn es in Blüte steht ...' u.s.w. Sowas kann man nicht machen, sowas entsteht. Ewiger Traum, dass man etwas nicht macht, ...
An die Journalistin Käthe von Porada (1891-1985). Der dritte Brief der Folge: "Vielen Dank für Ihre freundlichen Zeilen. Bin sehr froh, daß Sie gut zu Hause angekommen sind. Vielleicht rufe ich [Max] Beckmann an, würde gerne jemanden sehn, der Sie kennt, den Sie so gernhaben, bin aber nicht sehr erpicht auf neue Menschen, gehe ja nirgends hin. Denke oft an Sie, gnädige Frau, werfe oft einen Blick in Ihr Gesicht, kürzlich fiel mir ein, dass ich garnicht wusste, was für Schuhe Sie eigentlich trugen, sonst weiss ich alles. - Eine meiner Lieblingsstellen von mir ist jenes Sopransolo im 1. Teil des Oratoriums ["Das Unaufhörliche", vertont von Paul Hindemith 1931]: 'wenn es in Blüte steht ...' u.s.w. Sowas kann man nicht machen, sowas entsteht. Ewiger Traum, dass man etwas nicht macht, sondern dass es entsteht. - Ihnen merkwürdig verbunden [... kopfstehend auf der ersten Seite: Bitte das Stück!]" - Druck: Meine Begegnung mit G. B., S. 121 f. - Käthe von Porada hatte ein Stück "Die Heiligen" geschrieben, eine Art Märchenspiel in gebundener Sprache (ungedruckt).
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Benn, Gottfried, Schriftsteller (1886-1956).
Eigenhändiger Brief mit Unterschrift „Benn“. Ohne Ort (Berlin), 14. IX. 1933, Gr.-8° (22,5 x 14 cm). 2 Seiten. Doppelblatt.
1500 €
An die Journalistin Käthe von Porada (1891-1985) in Paris. Der neunzehnte Brief der Folge: "Reizende Briefe! Besonders der letzte! Ach, sowas ist genussreich! Ich war sehr böse im vorigen zu lesen, dass Sie wieder einen traurigen vernichtet hatten und nicht abgesandt, trotz des ausdrücklichen Hinweises meinerseits, sie an mich zu schicken! Süsse, reizende Kati! Ich war so über alle Maassen erkältet, hatte Fieber, Husten, - zum ersten Mal in meinem Leben habe ich gehustet und gleich sehr gründlich. War mehr als erkältet: tief erkrankt, schwerer Stoß ins Zentrum, Absinken, Altern, Sie haben recht, nicht für sich, gnädige Frau, für mich. Heute geht es mir besser. Das Hiersein meiner Tochter [Nele] strengt mich auch enorm an. Bin so absolut nicht gewohnt, ununterbrochen mit ...
An die Journalistin Käthe von Porada (1891-1985) in Paris. Der neunzehnte Brief der Folge: "Reizende Briefe! Besonders der letzte! Ach, sowas ist genussreich! Ich war sehr böse im vorigen zu lesen, dass Sie wieder einen traurigen vernichtet hatten und nicht abgesandt, trotz des ausdrücklichen Hinweises meinerseits, sie an mich zu schicken! Süsse, reizende Kati! Ich war so über alle Maassen erkältet, hatte Fieber, Husten, - zum ersten Mal in meinem Leben habe ich gehustet und gleich sehr gründlich. War mehr als erkältet: tief erkrankt, schwerer Stoß ins Zentrum, Absinken, Altern, Sie haben recht, nicht für sich, gnädige Frau, für mich. Heute geht es mir besser. Das Hiersein meiner Tochter [Nele] strengt mich auch enorm an. Bin so absolut nicht gewohnt, ununterbrochen mit jemandem zu reden und zu sein. Die grösste Anstrengung, die mir vorstellbar ist. Morgen ist es vorbei: Dabei ist sie ein ganz reizendes kluges Wesen, mir sehr verwandt. | Schrecklich, was das Leben einem alles an Zerstreuendem und Ablenkendem auferlegt, statt dass man immer konzentriert sein kann. | Dann ein neuer, schwerer, man kann schon sagen übler Angriff in einem neuen Emigrantenblatt gegen mich: ich bin und habe: Tücke, Niedertracht, Mangel an Scham, Mangel an Geist, letzter Tiefstand, halb pathologisch, halb gemein, ekelerregend, hysterisch, Raserei der Brutalität usw. Darüber ein andermal mehr. Heute nur viele Grüsse und Gedanken an Sie. Meine Tochter lässt Sie schön grüssen. Stört Sie das vielleicht? [...]" - Druck: Meine Begegnung mit G. B., S. 138 f. - Gemeint ist die bekannte Kontroverse zwischen Benn und Klaus Mann, der im ersten Heft der Exilzeitschrift "Die Sammlung" im September 1933 "Gottfried Benn. Oder: Die Entwürdigung des Geistes" veröffentlicht hatte.
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Gast, Peter (d. i. Heinrich Köselitz), Schriftsteller und Komponist, Mitarbeiter von Friedrich Nietzsche (1854-1918).
Eigenhändiger Brief mit Unterschrift „Heinrich Köselitz“. Venedig, 20. IX. 1887, 8° (21 x 13,5 cm). 1 Seite.
1500 €
An den Schriftsteller und Herausgeber Ferdinand Avenarius (1856-1923), der 1887 die später einflußreiche Zeitschrift "Der Kunstwart" gründete und für die Neugründung Mitarbeiter suchte: "Hochverehrter Herr! Ihrer freundlichen Einladung folgend erkläre ich mich gern bereit, mich von Ihnen unter die Mitarbeiter des 'Kunstwartes' zählen zu lassen. Mein Pseudonym ist Peter Gast. Sie haben die Güte, nur diese Chiffre im Mitarbeiterverzeichniss anzugeben. Zur Einsendung bereit habe ich augenblicklich nichts Passendes; doch hoffe ich mich in guter Stunde, durch Ihre dargebotene Gelegenheit verführt, zum Niederschreiben einiger Gedanken zu bringen [...]" - Peter Gast verbrachte den Sommer 1887 in Venedig. Im Herbst erwartete er dort seinen Freund Nietzsche, der ihm aus Sils-Maria am 8. ...
An den Schriftsteller und Herausgeber Ferdinand Avenarius (1856-1923), der 1887 die später einflußreiche Zeitschrift "Der Kunstwart" gründete und für die Neugründung Mitarbeiter suchte: "Hochverehrter Herr! Ihrer freundlichen Einladung folgend erkläre ich mich gern bereit, mich von Ihnen unter die Mitarbeiter des 'Kunstwartes' zählen zu lassen. Mein Pseudonym ist Peter Gast. Sie haben die Güte, nur diese Chiffre im Mitarbeiterverzeichniss anzugeben. Zur Einsendung bereit habe ich augenblicklich nichts Passendes; doch hoffe ich mich in guter Stunde, durch Ihre dargebotene Gelegenheit verführt, zum Niederschreiben einiger Gedanken zu bringen [...]" - Peter Gast verbrachte den Sommer 1887 in Venedig. Im Herbst erwartete er dort seinen Freund Nietzsche, der ihm aus Sils-Maria am 8. September 1887 schrieb: "O wenn Sie doch in Nizza lebten! Ich schwöre Ihnen, der Sommer sollte Ihnen daselbst unvergleichlich wohler tun als in Venedig (Seewind von 10 morgens bis 5; dann kühlere Strömung von den Gebirgen her, man geht abends mit Paletot aus) [...] (Abreise von hier ca. 20. Sept.)." Ein letztes Mal erreicht Nietzsche Venedig am Abend des 21. September 1887. Er nimmt Quartier in der calle dei preti 1263 (San Marco). Nietzsche nutzt die reichhaltige Auswahl deutscher Zeitschriften der dortigen Bibliothek, arbeitet am Druckmanuskript der "Genealogie der Moral" und verschickt seinen "Hymnus an das Leben". Licht und Luftfeuchtigkeit bekommen seiner Gesundheit nicht. Er reist am 21. Oktober 1887 nach Nizza ab. - Briefe von Peter Gast sind sehr selten.
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Stolberg-Stolberg, Friedrich Leopold Graf zu, Schriftsteller (1750-1819).
Eigenhändiger Brief mit Unterschrift „à la campagne près Münster“, 7. VII. 1807, 4°. 3 1/4 Seiten. Doppelblatt mit Adresse, zwei Poststempeln und Siegelresten.
1450 €
An "Monsieur de Luc lecteur de S. Mté la Reine de la Grande Bretagne à Windsor en Angleterre". Diese Adresse ist durchgestrichen und die neue von anderer Hand auf das Adressfeld geschrieben: "J A Deluc Esq. at Miss Burges Ashfield ... Devon". Jean André Deluc (auch de Luc; 1727-1817), Geologe, Mineraloge und Meteorologe aus Genf, war 1773 Vorleser und Physiklehrer der engl. Königin in London, wo Lichtenberg ihn kennenlernte. 1776 und 1786 lebte er in Göttingen. Ende 1797 wurde er dort zum Honorarprofessor ernannt, trat die Stelle jedoch nie an. Er war bekannt mit dem niederl. Philosophen Hemsterhuis, der Fürstin Gallitzin, Sophie von La Roche und dem sog. "Kreis von Münster", dem auch Stolberg angehörte. In der Hauskapelle der Fürstin Gallitzin in Münster war Stolberg mit seiner ...
An "Monsieur de Luc lecteur de S. Mté la Reine de la Grande Bretagne à Windsor en Angleterre". Diese Adresse ist durchgestrichen und die neue von anderer Hand auf das Adressfeld geschrieben: "J A Deluc Esq. at Miss Burges Ashfield ... Devon". Jean André Deluc (auch de Luc; 1727-1817), Geologe, Mineraloge und Meteorologe aus Genf, war 1773 Vorleser und Physiklehrer der engl. Königin in London, wo Lichtenberg ihn kennenlernte. 1776 und 1786 lebte er in Göttingen. Ende 1797 wurde er dort zum Honorarprofessor ernannt, trat die Stelle jedoch nie an. Er war bekannt mit dem niederl. Philosophen Hemsterhuis, der Fürstin Gallitzin, Sophie von La Roche und dem sog. "Kreis von Münster", dem auch Stolberg angehörte. In der Hauskapelle der Fürstin Gallitzin in Münster war Stolberg mit seiner Frau Pfingsten 1800 zum kath. Glauben übergetreten. - Stolberg schreibt dem "très chèr et très respectable ami", dass er auf Grund der Kriegswirren erst jetzt auf dessen Brief vom 6. Oktober 1806 antworten könne, da der Postverkehr zwischen Großbritannien und dem Kontinent gestört sei. Diesen Brief schicke er jetzt über Hamburg. Dann behandelt er ausführlich religiöse Fragen: "Je ne me serr jamais de l'expression religion naturelle, le mot de religion supposant une révélation, soit vraye ou fausse. Je croix que tout ce que la raison, laissée à elle seule, peut voir avec certitude, c'est l'existence de Dieu, manifestée par l'existence de la nature, et par l'ordre admirable qui s'y trouve [...]" Dann berichtet er von der Geburt seiner Tochter am 12. April. Er habe nun 14 lebende Kinder, von denen 12 zu Hause lebten. "J'en ai trois dans le ciel. Nous coulons des jours heureux, ma femme et moi, malgré les malheurs du tems, malgré la perspective qui humainement parlant s'offre à nos enfans. Dieu y pourvoira! [...] J'attens avec impatience Votre portrait en estampe. Milady Findlater, en passant par Altona, pour se rendre en Ecosse, en a donné quelques exemplaires à une de mes connoissances, qui connoissont mon profond attachement pour Vous [...]" - Kleiner Siegelausriß; das ursprüngliche Adressfeld unmerklich mit Chinapapier restauriert. - Nicht in den Briefverzeichnissen von Behrens und Hempel.
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Grimm, Jacob, Sprachforscher (1785-1863).
Eigenh. Widmungsblatt mit Unterschrift Ohne Ort (Berlin), 27. IV. 1854, Gr.-8° (26 x 18 cm). 1 Seite.
1450 €
"von einem alten schüler und freund überreicht. | 27 apr. 1854 | Jac. Grimm." - Möglicherweise Widmung an Friedrich Carl von Savigny (1779-1861). Vorsatzblatt aus einem Buch; Grimm könnte Savigny sein Werk "Deutsche Rechtsalterthümer" (2. Aufl. 1854) gewidmet haben. - Gering fleckig."von einem alten schüler und freund überreicht. | 27 apr. 1854 | Jac. Grimm." - Möglicherweise Widmung an Friedrich Carl von Savigny (1779-1861). Vorsatzblatt aus einem Buch; Grimm könnte Savigny sein Werk "Deutsche Rechtsalterthümer" (2. Aufl. 1854) gewidmet haben. - Gering fleckig.
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Bernhard, Thomas, Schriftsteller (1931-1989).
Midland in Stilfs. Drei Erzählungen. Frankfurt am Main, Suhrkamp, 1971, 8°. 116 Seiten. OPp. mit Original-Umschlag.
1400 €
Erste Ausgabe, Vorsatzblatt mit eigenh. Widmung und U. des Verfassers: "Für Griseldis Winter | Thomas Bernhard | 14. 9. 71" - Griseldis Winter (1929-2016) lebte in Salzburg. - 1970 hatte Bernhard den Büchner-Preis erhalten. - Bibliothek Suhrkamp 272. - Wilpert-G. 19. Dittmar 43. - Widmungsexemplare (vor Fälschungen wird gewarnt) von Thomas Bernhard sind sehr selten und gesucht. - Sehr gut erhalten.Erste Ausgabe, Vorsatzblatt mit eigenh. Widmung und U. des Verfassers: "Für Griseldis Winter | Thomas Bernhard | 14. 9. 71" - Griseldis Winter (1929-2016) lebte in Salzburg. - 1970 hatte Bernhard den Büchner-Preis erhalten. - Bibliothek Suhrkamp 272. - Wilpert-G. 19. Dittmar 43. - Widmungsexemplare (vor Fälschungen wird gewarnt) von Thomas Bernhard sind sehr selten und gesucht. - Sehr gut erhalten.
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Graf, Oskar Maria, Schriftsteller (1894-1967).
Maschinengeschriebener Brief mit eigenhändiger Unterschrift „Oskar M Graf“. Nervi, 6. X. 1958, Fol. 1 Seite, mit gedrucktem Briefkopf „Grande Albergo Vittoria“.
1300 €
Schöner Brief an Lion Feuchtwanger (1884-1958), kurz nach seinem ersten Besuch in Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg: "[...] Ich habe Ihnen gegenüber das schlechteste Gewissen, denn ich wollte immer und immer an Sie schreiben und Ihnen vor allem noch einmal aufrichtig danken fuer die Beihilfe zu meiner Einladung der Stadt Muenchen. Aber das rasende Tempo in welches ich nach meiner Ankunft in Deutschland versetzt wurde, liess mich kaum einmal zur Besinnung kommen. Es waere sehr viel ueber Muenchen und Deutschland, das ich durchreist habe zu erzaehlen. Ich werde das in einem ausfuehrlichen Bericht an Sie nach meiner Ankunft in New York nachholen. Jedenfalls ist eines gewiss: ich sehne mich wahrhaftig wieder nach New York und moechte nie wieder in Bayern leben. Nun erfuhr ich von Frau ...
Schöner Brief an Lion Feuchtwanger (1884-1958), kurz nach seinem ersten Besuch in Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg: "[...] Ich habe Ihnen gegenüber das schlechteste Gewissen, denn ich wollte immer und immer an Sie schreiben und Ihnen vor allem noch einmal aufrichtig danken fuer die Beihilfe zu meiner Einladung der Stadt Muenchen. Aber das rasende Tempo in welches ich nach meiner Ankunft in Deutschland versetzt wurde, liess mich kaum einmal zur Besinnung kommen. Es waere sehr viel ueber Muenchen und Deutschland, das ich durchreist habe zu erzaehlen. Ich werde das in einem ausfuehrlichen Bericht an Sie nach meiner Ankunft in New York nachholen. Jedenfalls ist eines gewiss: ich sehne mich wahrhaftig wieder nach New York und moechte nie wieder in Bayern leben. Nun erfuhr ich von Frau Katja Mann in Zuerich zu meinem nicht geringen Schrecken, dass Sie inzwischen eine schwere Operation bestehen mussten und will nur hoffen, dass Sie sich bereits auf dem Wege der Besserung befinden. Glauben Sie mir, lieber verehrter Lion Feuchtwanger, wenn ich Ihnen sage, Sie muessen gesund bleiben. Ich sprach noch mit Frau Mann ueber Ihre letzten Buecher und freute mich, dass ich dort ebenfalls eine aufrichtige Bewunderung Ihres Schaffens erfuhr. Ich bin nach hier gefluechtet um mich nach all der Hetze wenigstens noch ein bischen zu erholen und werde erst Ende Oktober in New York sein. Ich wuensche mir, dass Sie bis dahin gesundheitlich wieder voellig hergestellt send [...]". - Feuchtwanger starb am 21. Dezember 1958 in Los Angeles an den Folgen seines Krebsleidens. - Grafs erster Besuch in Deutschland nach dem Krieg war von Desillusionierung geprägt. Kurz nach Erhalt seiner amerikanischen Staatsbürgerschaft reiste Graf im Sommer 1958 zur 800-Jahr-Feier der Stadt München. Auf Einladung der Stadt las er er im Cuvilliés-Theater, wo er auf eigenen Wunsch in Lederhosen auftrat und einen Skandal verursachte. - Gelocht.
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Grieg, Edvard, Komponist (1843-1907).
Eigenh. Postkarte mit Unterschrift Kopenhagen „Hotel Fönix“, 24. III. 1902, 1 Seite. Mit Adresse.
1250 €
Norwegisch an Sophie Mörch in England über sein Lied "Frühling" op. 33, 2 [Übersetzung]: "[...] Eine große Anzahl meiner Lieder wurden mit französischem Text veröffentlicht, - darunter auch 'Våren' - von meinem Verleger in Leipzig, C. F. Peters. Dieses Lied wurde in Norwegen geschrieben. Digter af Vinje ['Digte af Aasmund Olavsson Vinje' op. 33] ist eine melancholische Betrachtung des Frühlings, der 'vielleicht der letzte ist' [...]" - Montagespur am Kopf der Adressseite.Norwegisch an Sophie Mörch in England über sein Lied "Frühling" op. 33, 2 [Übersetzung]: "[...] Eine große Anzahl meiner Lieder wurden mit französischem Text veröffentlicht, - darunter auch 'Våren' - von meinem Verleger in Leipzig, C. F. Peters. Dieses Lied wurde in Norwegen geschrieben. Digter af Vinje ['Digte af Aasmund Olavsson Vinje' op. 33] ist eine melancholische Betrachtung des Frühlings, der 'vielleicht der letzte ist' [...]" - Montagespur am Kopf der Adressseite.
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Bernhard, Thomas, Schriftsteller (1931-1989).
Ungenach. Erzählung. Frankfurt am Main, Suhrkamp, 1968, 8°. 93 Seiten. OKart. mit Umschlag (Kanten etw. berieben).
1250 €
Erste Ausgabe, Vorsatzblatt mit eigenh. Widmung und U. des Verfassers: "Für Richard T[omaselli]. herzlich Thomas || 25. 4. 69". - Edition Suhrkamp 279. - Wilpert-G. 11. Dittmar 40. - Richard Tomaselli (1904-1981) war damals seit etwa 20 Jahren am Salzburger Stadttheater engagiert, 1969 gab er dort seine Abschiedsvorstellung. - Widmungsexemplare (vor Fälschungen wird gewarnt) von Thomas Bernhard sind sehr selten und gesucht.Erste Ausgabe, Vorsatzblatt mit eigenh. Widmung und U. des Verfassers: "Für Richard T[omaselli]. herzlich Thomas || 25. 4. 69". - Edition Suhrkamp 279. - Wilpert-G. 11. Dittmar 40. - Richard Tomaselli (1904-1981) war damals seit etwa 20 Jahren am Salzburger Stadttheater engagiert, 1969 gab er dort seine Abschiedsvorstellung. - Widmungsexemplare (vor Fälschungen wird gewarnt) von Thomas Bernhard sind sehr selten und gesucht.
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Benn, Gottfried, Schriftsteller (1886-1956).
Eigenhändiger Brief mit Unterschrift „Benn“ sowie eigenh. Widmung mit Unterschrift „Gottfried Benn“. Berlin, 25. III. 1949, Verschied. Formate. Zus ca. 3 Seiten.
1250 €
Brief in Kugelschreiber auf grau getöntem Papier an den Journalisten Edwin Kurt Wiechmann (Pseud. E. Montijo; 1907-?): "[...] vielen Dank für Ihr freundliches Schreiben. Ich kaufte mir daraufin den Telegraf - nun er wirft mich nicht um. Ich bin so viel in meinem Leben angegriffen und angepöbelt worden, - das gehört mit dazu. Anbei ein Heft des 'Merkur' und neuen Sachen von mir und über mich. Der 'Berliner Brief' [Merkur, Heft 2, Febr. 1849] wird auch seine Gegner finden. Mit offenen Armen bin ich noch nie aufgenommen worden u. wünschte es auch garnicht. Kunst ist ja nichts, was verstanden werden kann, sie hinterlässt Eindrücke und streut keine aus, das ist ihr Los. Meine neuen Bücher kann ich Ihnen leider nicht senden, da ihre Versendung hierher so schwierig ist, dass ich selber ...
Brief in Kugelschreiber auf grau getöntem Papier an den Journalisten Edwin Kurt Wiechmann (Pseud. E. Montijo; 1907-?): "[...] vielen Dank für Ihr freundliches Schreiben. Ich kaufte mir daraufin den Telegraf - nun er wirft mich nicht um. Ich bin so viel in meinem Leben angegriffen und angepöbelt worden, - das gehört mit dazu. Anbei ein Heft des 'Merkur' und neuen Sachen von mir und über mich. Der 'Berliner Brief' [Merkur, Heft 2, Febr. 1849] wird auch seine Gegner finden. Mit offenen Armen bin ich noch nie aufgenommen worden u. wünschte es auch garnicht. Kunst ist ja nichts, was verstanden werden kann, sie hinterlässt Eindrücke und streut keine aus, das ist ihr Los. Meine neuen Bücher kann ich Ihnen leider nicht senden, da ihre Versendung hierher so schwierig ist, dass ich selber kaum ein pa[a]r Exemplare habe. Anbei ein sehr fragwürdiges, aber mir nahestehendes, '3 Alte Männer'. Mit herzlichem Dank u. Gruss Ihr Benn." - Beiliegend das im Brief erwähnte Buch mit Benns eigenh. Widmung und U. "Herrn E K Wiechmann | (E. Montijo) | mit freundlichem Gruss. | Gottfried Benn". Auf dem Vorsatzblatt von: Ders., Drei alte Männer. Gespräche. Wiesbaden, Limes-Verlag, 1949. 8°. 48 Seiten. OPp. Erste Ausgabe. - Lohner-Z. 2.86. Raabe-H. 24.26. - Titelblatt mit eigenh. Einfügung "Zwei" von Benn vor dem Untertitel "Gespräche". - Titel gestempelt "E. K. Wiechmann." - Ebenfalls beiliegend die Originalausgabe der im Brief erwähnten Zeitung "Telegraf" (Nr. 52, 4. Jg., Mittwoch, 16. März 1949, Gr.-Fol. 6 Seiten) mit dem von Walther G. Oschilewski anonym veröffentlichten Artikel "Schatten der Vergangenheit" über Benn, der darauf hinweist "daß dieser Mann von europäischem Format der erste gewesen ist, der den Nationalsozialismus als ein elementares Phänomen und als eine fruchtbare geschichtliche Erscheinung ansah [...]" - Gut erhalten. - Faszinierendes unveröffentlichtes Ensemble.
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Mann, Thomas, Schriftsteller und Nobelpreisträger (1875-1955).
Maschinengeschriebener Brief mit eigenhändiger Unterschrift „Thomas Mann“. München, 19. VII. 1926, Gr.-4° (28 x 22 cm). 1 Seite. Bütten mit gedrucktem Briefkopf „Dr. Thomas Mann München Poschingerstr. 1“. Mit Umschlag..
1250 €
An Paul Gutsche in Emil Olivas Buchhandlung in Zittau, der ihn zu einer Lesung eingeladen hatte: "[...] Haben Sie vielen Dank für Ihre freundliche Einladung nach Zittau. Ich bin jedoch nach vielen Zeit und Kräfte raubenden Reisen so ruhebedürftig, dass ich für den kommenden Winter überhaupt keine Vortragsreiseverpflichtungen übernehmen werde. Mit hochachtungsvoller Begrüssung [...]" - Im Juni des Jahres hatte Thomas Mann seine Heimatstadt Lübeck besucht und dort zur 700-Jahr-Feier der Hansestadt den Festvortrag "Lübeck als geistige Lebensform" gehalten. - Nicht in Reg.An Paul Gutsche in Emil Olivas Buchhandlung in Zittau, der ihn zu einer Lesung eingeladen hatte: "[...] Haben Sie vielen Dank für Ihre freundliche Einladung nach Zittau. Ich bin jedoch nach vielen Zeit und Kräfte raubenden Reisen so ruhebedürftig, dass ich für den kommenden Winter überhaupt keine Vortragsreiseverpflichtungen übernehmen werde. Mit hochachtungsvoller Begrüssung [...]" - Im Juni des Jahres hatte Thomas Mann seine Heimatstadt Lübeck besucht und dort zur 700-Jahr-Feier der Hansestadt den Festvortrag "Lübeck als geistige Lebensform" gehalten. - Nicht in Reg.
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Lavater, Johann Caspar, Schriftsteller und Physiognom (1741-1801).
Eigenhändiger Brief mit Unterschrift „Lavater“ und „L.“. Erlenbach, 2. IX. 1800, Qu.-Kl.-8°. 2 Seiten. Mit gestoch. Umrahmung.
1200 €
Vier Monate vor seinem Tod und über seine Krankheit von einem Erholungsaufenthalt in Erlenbach geschrieben: "Dieß wohl das letzte Wort aus Erlenbach, indem ich auf Montag, so Gott will, zurückzukommen gedenke. Mein Leid ist immergleich - oft muß ich Stunden lang schmachten. Von [...] wurde nicht die mindeste Leichterung. Liegen und Sitzen macht mir Mühe. Gott gebe mir zu jedem neüen Leiden ein neües Maaß von Geduld. An Erlösung davor als durch den Tod ist gar nicht zu denken [...]" Rückseitig eine Nachschrift, dat. 3. IX.: "Die Nacht, einen [...] kurz ausgenommen - recht gut izt Morgen 4. entsetzlicher Husten. L." - Lavater hatte am 26. September 1799 eine Schußverletzung erhalten, als er einem verwundeten Soldaten auf der Strasse Hilfe leistete; die Folgen dieser Verletzung ...
Vier Monate vor seinem Tod und über seine Krankheit von einem Erholungsaufenthalt in Erlenbach geschrieben: "Dieß wohl das letzte Wort aus Erlenbach, indem ich auf Montag, so Gott will, zurückzukommen gedenke. Mein Leid ist immergleich - oft muß ich Stunden lang schmachten. Von [...] wurde nicht die mindeste Leichterung. Liegen und Sitzen macht mir Mühe. Gott gebe mir zu jedem neüen Leiden ein neües Maaß von Geduld. An Erlösung davor als durch den Tod ist gar nicht zu denken [...]" Rückseitig eine Nachschrift, dat. 3. IX.: "Die Nacht, einen [...] kurz ausgenommen - recht gut izt Morgen 4. entsetzlicher Husten. L." - Lavater hatte am 26. September 1799 eine Schußverletzung erhalten, als er einem verwundeten Soldaten auf der Strasse Hilfe leistete; die Folgen dieser Verletzung waren am Ende tödlich. Erfolglos versuchte man Badekuren zur Linderung: "Man glaubte auch itzt, daß vielleicht eine Badekur ihm wohlthun könnte, und er verreiste deßhalb im Anfang des May wieder nach Baaden. Aber er fand nicht viel Erleichterung [...] sein krampfhafter Husten, der die verwundete Brust furchtbar erschütterte und seine Schmerzen natürlich mehrte, blieb immer gleich [...] Ihm wurde freundschaftlich das damals leer stehende, schöne Landhaus des Herrn General von Salis in Erlenbach am Zürichsee, nur anderthalb Stunden von der Stadt, angeboten, und er nahm mit großer Freude dies Anerbieten an, und kam dann [...] auf dieses liebliche Landhaus." (Georg Geßner, Johann Kaspar Lavaters Lebensbeschreibung, Bd. III, 1803, S. 495-98). - Im Lavater-Briefverzeichnis nicht genannt; Laveter schrieb am selben Tag 2 weitere Briefe, davon einen an Karl Belmont auf einem ebenso umränderten Blättchen.
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